Titel: Wonder Woman, Warbringer
Deutsche Ausgabe: noch keine Infos
Autor: Leigh Bardugo
Reihe: DC Icons #1
Seiten: 369
Verlag: Random House
Format: Paperback
ISBN: 1524770981
Preis: Gebunden ca. 13 €,  TB ca. 8 €
Erscheinungsdatum: 29. August 2017
Genre: YA Fantasy 
Sprachschwierigkeit: 2

Eine junge Frau, die zur Heldin bestimmt ist und dennoch ihre Freundin beschützt, die die Welt ins Verderben stürzen kann...



Inhalt 
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Diana wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Sie ist in den Augen der anderen Kriegerinnen (noch) keine vollwertige Amazone und muss Tag für Tag um Anerkennung kämpfen. Eines Tages bietet sich für Diana die Chance, sich im Wettbewerb zu beweisen. Doch sie sieht ein Schiff sinken und entschließt sich, ein Leben zu retten, statt ihren Träumen nachzujagen. Mit Alia hat sie jedoch nicht irgendjemanden gerettet, sondern eine "Warbringerin", eine Nachfahrin von Helena von Troja. Alia ist verflucht, in ihrer Nähe breitet sich Chaos und Gewalt aus. Es wird immer schlimmer werden, bis die ganze Welt im Krieg versinkt. Doch Diana kämpt dafür, dieses Schicksal zu verhindern...

Mein Eindruck
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Nacherzählungen der DC-Comics von bekannten Young Adult Autorinnen wie Leigh Bardugo, Marie Lu und Sarah J. Maas? Mit dabei: Superman, Batman, Wonder Woman und Catwoman. Das hört sich einfach nur richtig gut an! Der erste Teil dieser besonderen Serie ist "Wonder Woman" von Leigh Bardugo. Ich habe das Buch mit Spannung erwartet, muss aber leider sagen, dass es meinen Erwartungen nicht gerecht wurde.

Zunächst lernen wir Diana kennen, bevor sie zu "Wonder Woman" wurde. Sie sieht schon aus wie eine Amazone, hat übermenschliche Fähigkeiten, ist jedoch noch nicht im Kampf erprobt. Eigentlich wird man zur Amazone, indem man heldenhaft im Kampf stirbt. Diana ist jedoch durch andere Weise auf der abgeschiedenen Insel der Amazonen gelandet. Das macht sie in den Augen einiger ihrer Schwestern zu einer Anomalie. Der ständige Kampf sich behaupten und beweisen zu müssen, prägt Dianas Charakter.

Gefallen hat mir, dass die Geschichte sofort mit einem raschen Erzähltempo beginnt. Diana trifft ihre erste folgenschwere Entscheidung, rettet Alia und muss das Exil fürchten. Der erste Abschnitt ist spannend und gleichzeitig faszinierend, denn die Autorin gibt einem stückchenweise Informationen über die sagenhaften Amazonen und ihre Insel. Als Diana jedoch an einem anderen Schauplatz landete, hat das Buch aus meiner Sicht an Stärke verloren.

Mein Hauptkritikpunkt sind logische Unstimmigkeiten. Das beginnt schon mit Dianas allererster Entscheidung: Ihr sicherer Ruhm und Erfolg (den sie sich sehnlichst wünscht) gegen das Leben einer vollkommen Unbekannten. Gut von mir aus, auf diesem Konflikt beruht die ganze Geschichte und Diana ist schließlich im Grunde ihres Herzens eine Heldin. Aber später kommen noch mehr seltsame Entscheidungen hinzu. Zum Beispiel ist es außerordentlich wichtig, dass Alia vor ihren Feinden und dem Rest der Welt versteckt wird. Warum präsentiert man sie dann auf einem Ball? Wieso lädt man engste Freunde in die Nähe der gefährlichen Alia ein, anstatt sie beschützen zu wollen? Und wieso hat man diese Freunde dann ständig dabei, statt sie an einen sicheren Ort zu bringen? Wieso fährt ausgerechnet die Person Auto, die unkontrollierbare "Anfälle" hat?

Für mich ergibt das nicht ganz so viel Sinn. Dann kommt hinzu, dass das Buch ab einem gewissen Zeitpunkt, eine andere Richtung einschlägt. Es gibt unzählige "Buddy-Dialoge" in denen verdeutlicht wird, wie toll alle befreundet sind und wie verliebt die Hälfte davon ist. Die Haupthandlung bleibt dabei jedoch im Hintergrund. Zwar gibt es immer wieder einzelne Spannungspitzen, danach erfolgen aber wieder Geschichten am Lagerfeuer. In einer Szene wird für mich vollkommen unverständlich ein beliebtes "Teeniespiel" gespielt, wo ich mich frage, habt ihr nicht besseres zu tun, wie um euer Leben zu kämpfen und vorankommen?

Letztendlich gibt es zum Ende hin noch einmal Wendungen, die für mich auch wieder recht an den Haaren herbeigezogen waren. Das fügte sich für mich in das Gesamtbild des Buches ein: Unterhaltsam, aber leider sehr unglaubwürdig. Mir ist sehr wohl klar, dass es sich um eine Fantasygeschichte handelt. Aber auch hier brauchen die Figuren nachvollziehbare Motive und sollten nicht deshalb auf eine gewisse Art und Weise handeln, "weil es da so steht". Auch von einem Fantasybuch erwarte ich einen Mindeststandard an Logik und Glaubwürdigkeit. 

Am besten hat mir insgesamt Dianas Entwicklung gefallen. Sie hat einen steinigen Weg beschritten und gelernt, was Heldentum bedeutet. Schade, dass mir die Ausschmückung des Weges nicht gefallen hat.

Fazit
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"Wonder Woman" ist ein Buch, das sehr unterhaltsam sein kann, wenn man es schafft alle Unstimmigkeiten auszublenden. Für mich war das leider ein Punkt, der die Geschichte für mich ziemlich abgeflacht hat. Dann habe ich gedacht, dass es ein Kampf von Diana und Alia gegen den Rest der Welt ist und kein "Buddy-Roadtrip". Es ist einerseits schön, dass hier viel über Freundschaft und Liebe geschrieben wird, andererseits war es manchmal einfach fehl am Platz. Vor allem wenn die Teenagerhormone übergreifen und auf einmal die Mission "Wir müssen die Welt retten" vollkommen vergessen ist. 

Alles in allem für mich nicht das Buch, das ich erwartet habe und lesen wollte.


Unterhaltsam, aber leider sehr unglaubwürdig
2,3 Sterne

2 Responses
  1. Tolle Rezension, die mir die Schwächen des Buches aufgezeigt hat. Wobei mir Bücher in Originalsprache meist besser als die Übersetzungen gefallen.
    Liebe Grüße
    Joel von Büchervergleich.org


  2. Fantastic review! Cannot wait to try this out some time this week, thanks for the share!

    Scarlatt


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