Titel: Die Feuer von Anasoma
Originalausgabe: A Crucible of Souls
Autor: Mitchell Hogan
Reihe: Sorcery Ascendant Sequence #1
Seiten: 720
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
ISBN:
3453318137 
Preis: 14,99 €
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
Genre: High Fantasy


Von heute auf morgen beginnt für Calden ein neues Leben - Mut, Abenteuer und Verstand...


Inhalt
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Calden ist als Mündel eines Klosters aufgewachsen. Im Gegensatz zu seinen Mitschülern stammt er nicht aus reichen Verhältnissen und kann froh sein, dass die Mönche ihn als Waisenkind aufgenommen haben. Doch nun ist Calden kein Kind mehr und es ist an der Zeit, dass er seinen Weg gehen muss. Von den Mönchen bekommt er ein magisches Artefakt, das ihm mehr über seine Eltern verraten kann. Eigentlich war ein sanfter Abschied geplant, doch von heute auf morgen steht er wegen eines Kampfes mit einem Mitschüler auf der Straße. Er versucht sein Glück in der großen Stadt Anasoma und muss aber feststellen, dass Wissen und Praxis zwei Paar Stiefel sind. Erst in der Zauberergilde hat er Glück und endlich eine Gelegenheit mehr über das Artefakt herauszufinden...

Mein Eindruck
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"Die Feuer von Anasoma" ist nicht ganz einfach zu bewerten. Es hat einige gelungene Aspekte, aber es gab auch Punkte, die mich gestört haben. Leider kann ich nicht sagen, es ist das Fantasybuch, welches einen vollkommen umhaut, sobald man ein paar Kapitel gelesen hat. Es braucht seine Zeit, bis man in der Geschichte ankommt und ich hatte so meine Probleme mit Calden selbst. Aber danach hat es mich gut unterhalten, ich habe hunderte Seiten am Stück gelesen und wollte wissen, wie es ausgeht. 

Calden ist ein ziemliches Weichei. Das muss man so offen und ehrlich sagen. Gerade anfangs ist er unheimlich unsicher, naiv und würde sich am liebsten unter einem Stapel Bücher verstecken. Mit Selbstbewusstsein hat er es nicht so, aber das ist okay. Nicht jeder Held muss zu Beginn vor Tatendrang und Überzeugung strotzen. Was mich aber gestört hat war, dass er sich in seinen Gedanken ständig kleinredet und anzweifelt. Man möchte ihn am liebsten anbrüllen und dazu bewegen, dass er aus seinem Schneckenhaus kommt.

Glücklicherweise zwingen ihn die Ereignisse des Buches dazu. Die dann folgende Entwicklung ist gut gelungen. Calden tritt zwar noch immer in Fettnäpfchen, aber es wird seltener und er entdeckt seine Stärken. Denn in manchen Momenten, gerade wenn man es nicht glaubt, wächst er über sich hinaus und ist zu Großem fähig. Leider hält sich das Buch zu diesen besonderen Momenten sehr bedeckt. Ich hätte mir gewünscht, dass man mehr über die Vergangenheit seiner Familie und das Artefakt erfährt. Das war ein spannender Plotstrang, den der Autor für meinen Geschmack zu wenig verfolgt hat. Ich nehme an, dass es in den Folgebänden ein größeres Thema sein wird.

Nach dem etwas holprigen Start hat das Buch ein gutes Erzähltempo. Gerade ab der Hälfte überschlagen sich die Ereignisse und mit dem letzten Drittel hatte ich so gar nicht gerechnet. Es  gibt vereinzelt auch Perspektivwechsel, die dosiert eingestreut sind und einen nicht überfordern. Aber auch hier, eine echte Zusammenführung der Perspektiven wird wohl auch erst im nächsten Band kommen.

Wenn ich an das Buch zurückdenke, ist mir vor allem Hauptfigur Calden präsent geblieben. Die Nebenfiguren verblassen leider daneben, weil sie nie genug Raum bekommen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Gerade Miranda, Caldens Freundin und Bezugsperson in Anasoma, erscheint mehr wie Mittel zum Zweck. Auch über sie erfährt man sehr wenig. Dafür, dass das Buch mit 700 Seiten wirklich kein Pappenstiel ist, hätte es an einigen Stellen doch mehr in die Tiefe gehen können.
 
Fazit 
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Alles in allem merkt man "Die Feuer von Anasoma" doch sehr an, dass es nur der Beginn einer Reihe ist. Gerade Erzählstränge, die mich interessiert haben, wurden kaum verfolgt und hinterher ist man nicht allzu viel schlauer als vorher. Calden ist ein zu Beginn etwas anstrengender Held, der aber eine gelungene Entwicklung mitmacht. Dafür verblassen die Nebenfiguren neben ihm, man erfährt einfach zu wenig über sie, oder muss sich Infos aus Schnipseln zusammenreimen. Das Erzähltempo war gut, es ist sehr flüssig und liest sich gut weg. Dennoch gab es einige Punkte, die mich leider etwas unzufrieden zurückgelassen haben. Deshalb leider nur ein solider Auftakt, aber nicht sehr viel mehr.


Gutes Erzähltempo, aber mit einigen Schwächen
3,0 Sterne

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