Titel: Scythe
Deutsche Ausgabe: Bisher leider noch keine Infos
Autor: Neal Shusterman
Reihe: Arc of a Scythe #1
Seiten: 400

Verlag: Simon & Schuster Books for Young Readers
Format: Hardcover
ISBN: 1442472421

Preis: HC ca. 15 €, TB ca. 12 €, Kindle ca. 9,99
Erscheinungsdatum: 22. November 2016
Genre: YA-Fantasy

Sprachschwierigkeit: 2

Eine hervorragende Idee ist leider nicht alles...
 
Inhalt
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Man stelle sich eine Zukunft vor, in der Menschen auf natürliche Art und Weise nicht mehr sterben. Egal welche Todesart (außer Verbrennen), der "Tote" wacht wieder in einem Revival-Center auf. Deshalb gibt es professionelle Sensenmänner, die Scythes. Sie bringen nach eigenem Ermessen jedes Jahr in einer gewissen Quote den Tod. Rowan und Citra werden Lehrlinge eines Scythes, gerade weil sie sich ein solches Leben nicht wünschen. Es gibt viel zu lernen für die beiden, doch nur einer kann die Nachfolge antreten. Doch dann mischt sich ein bestimmter Scythe ein und aus harmloser Konkurrenz, wird ein Wettkampf auf Leben und Tod.
 
Mein Eindruck
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"Scythe" hat eine spannende und innovative Welt zu bieten. In nicht allzu ferner Zukunft ist der natürliche Tod ausgelöscht. Auch Verbrechen kommen nicht mehr zum Tragen, da jeder Mensch automatisch wiederbelebt wird. Je schwerer die Wunden, umso länger dauert das Aufwachen - doch sonst bleiben keine Konsequenzen. Aber alles Leben muss einmal enden, deshalb gibt es die Berufung der Scythes. Sie sind auserwählt und bringen als Einzige den Tod. Eine gewisse Prozentzahl wird jedes Jahr ausgelost und "gegleaned", sprich getötet. 

Rowan und Citra stolpern unter die Fittiche des noblen Scythes Faraday. Er bringt ihnen bei, dass gerade sie geeignete Lehrlinge sind, weil beide kein Verlangen nach dem Gleanen verspüren. Das Gleanen ist in seinen Augen eine ehrvolle Aufgabe, aber auch eine Herausforderung. Doch das Lager der Scythes ist gespalten, es gibt auch diejenigen, die ihre Position missbrauchen und keinen Funken Ehre in sich haben. Der Anführer dieses Lagers ist es auch, der den Wettstreit zwischen Rowan und Citra verstärkt. Denn nur einer von beiden kann am Ende des Ausbildungsjahres ein neuer Scythe werden. 

Gerade was es bedeutet, ein Scythe zu sein, wird im Buch spannend und interessant beschrieben. Man sieht das jeder unterschiedliche Herangehensweisen hat und seine Aufgabe anders interpretiert. Soweit so gut, allerdings hat "Scythe" einen großen Haken: es ist leider ziemlich langweilig. Der Autor hat zwar ein tolles Setting geschaffen und bietet schöne moralische Ansätze, aber die Handlung selbst schlaucht schon nach kurzer Zeit. Sind die ersten paar "Gleanings" noch spannend zu lesen, wird es danach leider eintönig

Im Vergleich zu seiner "Vollendet"-Reihe geht es hier sehr ruhig und gemächlich zu. Im Prinzip ist es eine moralische Ausbildung, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Zwar lernen die Hauptfiguren auch die "Kunst des Gleanens" an sich, aber dieser Teil der Ausbildung wird eher in kurzen Absätzen abgefertigt. Auch die zwei Hauptfiguren selbst hinterlassen einen eher dürftigen Eindruck. Citra ist zu perfekt und unnahbar, einzig Rowen legt eine Entwicklung hin. 

Das Ende selbst fand ich recht gelungen. Doch ich habe kein Interesse mehr, die Reihe weiterzuverfolgen. Dafür war es mir nicht fesselnd genug.
 
Fazit 
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Letztendlich bin ich leider etwas enttäuscht von "Scythe". Den Auftakt der "Vollendet" - Reihe habe ich als sehr ereignisreich und spannend in Erinnerung. "Scythe" ist nahezu das Gegenteil davon. Es dreht sich um zwei Figuren, die zwar auf dem Papier einen interessanten "Beruf" erlernen. In der Ausführung ist es leider eher zäh und ereignislos. Erst im letzten Drittel zieht der Autor das Erzähltempo ordentlich an, für mich zu spät. Deshalb trotz der tollen Idee und der gut gelungenen Weltgestaltung leider nur Durchschnitt.

 
Vielversprechend, aber leider langatmig
3,0 Sterne
4 Responses
  1. Oh Mann, das Buch hört sich total interessant an! Jedenfalls dachte ich das, bevor ich deine Rezension gelesen habe :'D
    Einige Dinge sind mir schon bei "Vollendet" aufgefallen, weshalb ich bei dem Autor eher bisschen vorsichtiger bin.

    Liebe Grüße
    Carly


  2. Tina Says:

    @Carly:

    Jaaa^^ Das habe ich mir auch gedacht, bevor ich das Buch gelesen habe. Aber kann man nichts machen. Interessant zu hören, dass du auch mit "Vollendet" scheinbar nicht ganz glücklich warst. Ich hab bisher nur Buch 1 gelesen. Das zweite Buch subt seit gefühlten 100 Jahren :)

    Dir auch liebe Grüße!


  3. Tanja V. Says:

    Schade, irgendwie habe ich mir von dem Buch mehr erhofft :/ Ich fand die "Unwind" Reihe ja anfangs auch sooo toll und hinterher wurde es mir auch zu langatmig. Irgendwie scheint der Autor dazu zu neigen seine Storys in die Länge zu ziehen O.o


  4. Tina Says:

    @Tanja:

    Oje, geht es mir "Unwind" dann echt so weiter? Bin eh schon am Überlegen, ob ich das Buch im Rahmen meines Umzugs aussortiere... Echt schade.


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