Titel: One
Deutsche Ausgabe: "Eins" erschienen am 29. Januar 2016 bei "
mixtvision"
Autor: Sarah Crossan
Reihe: Einzelband!
Seiten: 400
Verlag:
Greenwillow Books  
Format: Gebundene Ausgabe
ISBN:
0062118757 
Preis: Gebunden ca. 14 €, TB ca. 9 €
Erscheinungsdatum: 1. Ausgabe 27. April 2015
Genre: Contemporary

Zwei Schwestern, zwei Leben und nur eine Entscheidung - ohne richtig oder falsch...
 
Inhalt 
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Grace und Tippi sind Schwestern und teilen sich ab der Hüfte abwärts denselben Körper. Ihnen wurde nur eine Lebenschance bis zu 2 Jahren ausgerechnet, nun haben sie schon 16 Jahre dem Tod getrotzt. Sie teilen alles miteinander und sind alles füreinander - ein Leben getrennt liegt außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Doch mit der Zeit merkt Grace, dass etwas nicht stimmt. Sie versucht es, sogar vor Tippi zu verheimlichen. Aber mit der Zeit holt sie die Realität ein...

Mein Eindruck
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"One" ist ein ganz besonderes Buch. Das fängt schon mit seiner eher ungewöhnlichen Schreibweise und Aufmachung an. Denn "One" ist in Versform geschrieben, reimt sich allerdings nicht. Statt Kapitel gibt es immer wieder Überschriften, als wären es kurze Gedichte zu einem bestimmten Thema. Die Überschriften beschreiben oft ein momentanes Ereignis, können aber auch ein Gefühl oder eine Stimmung ausdrücken, wie "Not Fair" oder "Maybe". Bereits dadurch liest sich das Buch natürlich ganz anders, als ein von der ersten bis zur letzten Zeile vollgeschriebener Roman.

Doch auch inhaltlich wird hier ganz viel Gefühl und ein sehr sensibles Thema geboten. Als gesunder Mensch kann man sich nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, sich einen Körper und damit ein Leben zu teilen. Man kann nur erahnen, welche Einschränkungen und Komplikationen damit verbunden sind. Es sind die einfachsten Dinge, die sie vor große Herausforderungen stellen können. Ständig muss die eine auf die andere Rücksicht nehmen. Will Grace einen Kuchen backen und Tippi aber Fernsehen schauen, muss ein Kompromiss her. Und doch sind Tippi und Grace nicht unglücklich. Sie haben einander, sie schätzen ihr Leben und kämpfen um jeden Augenblick. 

Das Buch zeigt auch deutlich die Schattenseiten für die gesamte Familie auf. Der Vater hat zum Beispiel mit Suchtproblemen zu kämpfen, die normal geborene dritte Tochter muss immer hinter ihren besonderen Schwestern zurückstecken. Man sieht, dass all diese Herausforderungen ihren Preis haben.

Ausgangspunkt des Buches ist, dass die Schwestern zum ersten Mal eine öffentliche Schule besuchen müssen. Die finanziellen Mittel reichen nicht mehr für Hausunterricht aus. Natürlich kann man sich vorstellen, welch ein riesen Schritt das für die beiden ist. Denn Highschool kann bereits schlimm sein, wenn man nicht vollkommen anders aussieht und auf manche Menschen gar erschreckend wirkt. Doch auch diese Herausforderungen müssen die zwei meistern und gehen ihren Weg. Zu ihrer Überraschung gibt es dort auch Menschen, die ihnen nicht vordergründig mit Mitleid begegnen. Die Schule erweitert ihren Horizont und bringt trotz Angst und unangenehmen Situationen, auch etwas Gutes.

Soweit war ich von dem Buch sehr berührt und mitgenommen. Allerdings gibt es immer wieder Andeutungen, die dann auf ein recht vorhersehbares Ende hinauslaufen. Für mich war diese Auflösung nicht so emotional und aufwühlend, wie ich es mir gewünscht hätte. Stattdessen hat sich genau mein befürchteter Verdacht erhärtet und leider einen eher faden Beigeschmack hinterlassen. 

Fazit
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"One" ist ein ganz besonderes, stellenweise sogar richtig bezauberndes Buch. Grace und Tippi sind zwei ganz wundervolle Charaktere, von denen Grace durch ihre Erzählperspektive ausnahmsweise im Mittelpunkt steht. Sonst ist eher Tippi diejenige, die sagt, wo es langgeht. Ihr Schicksal ist sehr berührend und ich fand es fantastisch, mit welch einer Lebensfreude die Schwestern ihren Alltag meistern. Leider leider war ich mit dem Ende so gar nicht einverstanden und hat meinen Gesamteindruck ein gutes Stück getrübt. Deshalb ein Buch, das ich eindeutig empfehlen kann, wenn auch mit Abzügen für die Auflösung.


Grace und Tippi haben mich vollkommen überzeugt - das Ende leider nicht
3,7 Sterne

6 Responses
  1. Jasi Ich Says:

    Huhu liebe Tina ♥
    Wiriklich sehr schade dass dich das Ende dieses zauberhaften Buches nicht überzeugen konnte. Gerade das fand ich noch einmal richtig schön und gelungen, aber ich kann deine Kritik natürlich verstehen. Trotzdem freue ich mich das du mit den beiden wundervollen Protagonisten genauso gut zurecht gekommen bist wie ich. :)

    Ich wünsche dir einen guten Start ins, hoffentlich, erholsame Wochenende! (:
    Alles Liebe,
    Jasi ♥


  2. VanaVanille Says:

    Ich kann deine Meinung zum Ende gut verstehen, denn wie sich die Geschichte der beiden entwickelte, war wirklich nicht überraschend; so musste ich auch einen Punkt abziehen. Ehrlich gesagt, kommt es aber sowieso nur sehr selten vor, dass mich Jugendbücher mit ihrem Handlungsstrang noch begeistern oder umhauen können. Man muss sich oftmals nur das Traurigste oder Dramatischste vorstellen, was passieren könnte und schwupps, da kommt es schon auf einen zugeflattert.


  3. Tina Says:

    @Jasi:

    Ja, das war wirklich Schade mit dem Ende, sonst hätte es sogar deutlich über 4 Sterne gehen können :/ Aber kann man nichts machen.

    Dir auch ein schönes Wochenende und Dankeschön ;)

    @VanaVanille:

    Mir geht es leider auch so, dass mich Jugendbücher selten überraschen. Gerade die "traurigen" finde ich umso vorhersehbarer. Mir nimmt das immer ziemlich das Vergnügen. Aber ab und an, gibt es doch auch Bücher, die überraschen. Bei den "Seven Realms" passiert zum Beispiel dauernd etwas, mit dem ich nicht rechne ;D


  4. Huhu liebe Tina,

    vielen Dank für deine wundervolle Rezi! <3
    Das Buch habe ich vor Kurzem ins Auge gefasst, weil es so toll klingt und das Cover auch so süß ist.

    Schdae, dass das Ende dich nicht überzeugen konnte, aber Grace und Tippi klingen wirklich super! :)

    Ganz liebe Grüße,
    Hannah
    <3


  5. Sehr schöne Rezension! Ich bin nach wie vor neugierig auf das Buch, gerade wegen dem Schreibstil. Wenn das Ende nicht so ganz überzeugend ist könnte ich das vielleicht noch verkraften, auch wenn es schade ist... aber wie ihr schon schreibt, Jugendbücher haben es leider oft an sich nicht sooo überraschend zu sein :-/


  6. Favola Says:

    Hey Tina
    Da "One" noch auf meiner Wunschliste steht, habe ich jetzt erst einmal dein Fazit durchgelesen. Das tönt ja gar nicht mal so schlecht. Und da ich ganz gut mit unkonventionellen Enden leben kann, interessiert es mich nun noch mehr ....
    lg Favola


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