Titel: Der Thron der Finsternis
Originaltitel: The Skull Throne
Autor: Peter V. Brett
Reihe: Demon Cycle #4 (von 5)
Seiten: 1056
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
ISBN: 3453315731
Preis: 16,99 € 
Erscheinungsdatum: 8. September 2015
Genre: High Fantasy

Der Krieg geht weiter - Dämonen gegen Menschen, Menschen gegen Menschen, es gibt kein Entkommen...
Vorsicht Spoiler zum Ende des Vorgängerbandes leider unvermeidbar!

Inhalt 
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Mit Schrecken endete der Zweikampf zwischen Arlen und Jadir. Niemand weiß, wer überlebt hat, oder ob überhaupt einer der beiden noch am Leben ist. Für Inevera bleibt jedoch kaum Zeit zum verzagen, sie muss sich dem Kampf stellen, welcher ihrer Söhne "vorübergehend" Jadirs Thron ergreifen will. Leesha kehrt ins Tal der Holzfäller zurück und hat dort ihre ganz eigenen prekären Probleme. Das Rätsel um den Erlöser ist nun noch immer nicht geklärt, doch notfalls müssen sich die Menschen auch ohne ihn zur Wehr setzen...

Mein Eindruck
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"Die Flammen der Dämmerung" endeten zugegebenermaßen recht fies. Jadir und Arlen sind eine Klippe hinabgestürzt, wer und ob einer von beiden überlebt stand in den Sternen. Nach jahrelangem Warten setzt Peter V. Brett nun seine Geschichte mit "Der Thron der Finsternis" fort. Es handelt sich wieder um einen 1000 Seiten Wälzer, der dem Leser stellenweise Geduld abverlangt. Auf der anderen Seite erfahren wir endlich, wie es weitergeht und in dieser Hinsicht hat mich das Buch nicht enttäuscht.

Für mich ist Peter V. Bretts Schreibstil nahezu unvergleichlich. Er kann Hunderte von Seiten schreiben, wenn ich sie lese, fühlen sie sich jedoch nur wie wenige Augenblicke an. Seine Figuren erweckt er zum Leben, auch wenn mir ihre Haltung und Entscheidungen nicht immer gefallen. In diesem Band war es wieder so, dass ich von seiner Erzählweise vollkommen gefesselt war. Band 3 hat sich vor allem den Figuren aus den Wüstenländern gewidmet und meine "Lieblingsfiguren" eher vernachlässigt. Umso glücklicher war ich, dass sich in diesem Band viel um Rojer und Leesha dreht, das Wüstenvolk hingegen mehr nur am Rande eine Rolle spielt.

Obwohl das Buch lange ist, konnte es mich gut unterhalten. Ich muss aber zugeben, dass die Komplexität und generell der Plot an sich doch abgebaut hat. Also es dreht sich hier stellenweise um Konflikte, die hätten mehr in eine Seifenoper, als in ein High Fantasy Buch gepasst. Das muss man ganz klar sagen, wirklich anspruchsvoll und kreativ, geht es hier nicht mehr zu. Gerade die ersten Bände waren von der Dämonenidee getragen, von der Entwicklung Arlens und dem Zuspitzen des Krieges. Sowohl am Tag als auch in der Nacht. Nun ist es so, dass die große Haupthandlung, Kampf degen die Dämonen, in diesem Band sehr zurücksteht. Zu Beginn gibt es einen vielversprechenden Handlungsstrang, aus dem der Autor leider nicht allzu viel macht. Stattdessen geht es über 100erte von Seiten mehr um die zwischenmenschlichen Probleme.

Mir haben diese Abschnitte dennoch Spaß gemacht, da ich die Figuren einfach liebe. Leesha war im Band zuvor fast schon grenzwertig eingestellt, jetzt scheint sie mir etwas zur Vernunft gekommen zu sein. Ich mochte es, den Figuren aus dem Holzfällertal zu folgen und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln. An manchen Stellen jedoch habe ich mich wirklich gewundert, was eigentlich aus dem zentralen Plot geworden ist und weshalb es sich nun zum Beispiel schon wieder um eine Brautschau dreht.

Gerade im letzten Drittel drückt der Autor noch einmal ordentlich auf die Tube und lässt die Spannung aufblitzen, die sich noch in den ersten beiden Bänden durchgehend gezeigt hatte. Für meinen Geschmack hört dieses Buch schon wieder mittendrin auf. Zwar nicht so schlimm, wie nach Band 3, aber ich war doch sehr überrascht, als nach dem Umblättern bereits das Glossar vor mir lag.

Fazit
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Für mich persönlich, war dieser Band wieder ein Stückchen besser als der Vorgänger. Das lag vor allem daran, dass die Figuren im Mittelpunkt stehen, die grundsätzlich meine Liebsten sind. Wenn ich mir aber generell den Plotverlauf und den Anspruch der Konflikte anschaue, hat die Reihe deutlich abgebaut. Der faszinierende Kampf gegen die Dämonen ist in diesem Band fast schon Hintergrundgeschichte. Nichtsdestotrotz hat es mich gut unterhalten, wenn ich auch hoffe, dass es im nächsten Teil wieder ernsthafter und anspruchsvoller wird. Denn eins ist sicher, die Fähigkeit dazu, hat der Autor allemal!


Für mich wieder besser, wenn auch mit gesunkenem Anspruch
3,9 Sterne

Anmerkung:
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. 
6 Responses
  1. Tanja V. Says:

    Ich finde es gerade so lustig, dass wir beide unsere Rezension zum gleichen Zeitpunkt geschrieben und veröffentlicht haben xDDD Haha :D Nur mal so nebenbei...ich hatte deine eben schon bei Goodreads gesehen und jetzt mal gelesen. Schön, dass es dir besser gefallen hat...ich fand es leider echt öde und so verwirrend..ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich das mit den "Layers" gerafft habe xD


  2. Tina Says:

    @Tanja:

    Schade, dass das Buch nicht deins war :/ *lach* schon wieder lustiger Zeitpunkt, hatte erst neulich mit Jan auch fast auf die Minute genau eine Rezi zum selben Buch hochgeladen :)

    Verwirrend war es wirklich, aber ich fand das gut, weil ich dann unbedingt wissen wollte, was dahinter steckt :P Die Idee fand ich dann recht gut, früher oder später wird es sowas sicher mal geben^^


  3. Lea Says:

    Hey,
    schöne Rezi! Bisher war ich nur von "Die Verratenen", "Die Verschworenen" und "Die Vernichteten" von Ursula Poznanski begeistert, "Saeculum" musste ich leider sogar abbrechen :/
    Von "Layers" hört man momentan aber wieder echt viel und ich finde die Leseprobe und auch der Klappentext klingen ziemlich spannend, schade, dass dir das Buch nicht sooo gut gefallen hat :/ Auf jeden Fall scheint es aber spannend zu sein, mal sehn, ob ich noch dazu kommen werde, es zu lesen :)

    Alles Liebste,
    Lea!


  4. lost pages Says:

    Huhu, Tina! :)
    Ich fand Layers eher durchschnittlich - definitiv nicht schlecht, aber ihre anderen Bücher mochte ich definitiv mehr! :D
    Aber ich freue mich, dass es dir ganz gut gefallen hat.
    Ich hätte mal wieder Lust auf einen dystopischen Roman aus ihrer Feder, das wäre bestimmt erneut ganz wunderbar! :D
    LG Jan


  5. Neyasha Says:

    Klingt spannend, wobei ich auch nicht der größte Fan von Verfolgungsjagden in Büchern bin. Hast du auch "Erebos" gelesen? "Layers" scheint ja ein klein wenig in eine ähnliche Richtung zu gehen.


  6. Tina Says:

    @Lea:

    "Saeculum" mochte ich bisher auch am wenigsten. "Layers" ist auf jeden Fall besser, aber leider nicht so gut wie die "Verratenen" usw.

    Bin auf jeden Fall neugierig, ob es dir auch so gehen würde, wenn du es liest ;) Spannend ist es auf jeden Fall!

    @Jan:

    Ja, so ein absoluter Ausreißer nach oben war es nicht. Für mich war es aber jedenfalls überdurchschnittlich, vor allem weil ich es in einem Zug weggelesen habe ;)

    Hach, ich weiß nicht. Irgendwo hätte ich da schon Lust drauf, andererseits sind bei mir Dystopien ziemlich unten durch. Vielleicht eine neue Reihe mit anderem Thema?^^

    @Neyasha:

    "Erebos" fand ich ganz großartig und ist für mich eines ihrer besten Bücher, neben "Die Verratenen". Ich würde sagen vom Spannungslevel her ist "Layers" auch fesselnd, aber eben insgesamt leider nicht so gut.


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