Titel: The Martian 
Deutsche Ausgabe: "Der Marsianer" bei Heyne
Autor: Andy Weir
Reihe: Keine (!)
Seiten: 385
Verlag: Crown
Format: Taschenbuch 
ISBN: 0553418025
Preis: TB ca. 9 €, Kindle: 5 €
Erscheinungsdatum: TB 28. Oktober 2014, HC: 02. Februar 2014
Sprachschwierigkeit:
Genre: Science Fiction, Thriller

Ein Mann - allein auf dem Mars. Der nackte Kampf ums Überleben...

Inhalt 
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Sechs Tage ist es her, dass Mark Watney mit seiner Crew auf dem Mars angekommen ist. Ein Tag ist es her, dass ein Sandsturm die Mission gefährdet und seine Crew zur Rückreise gezwungen hat - ohne ihn. Verwundet und für tot geglaubt bleibt Mark alleine zurück, mit Ausrüstungsgegenständen und Vorräten, die für eine 30-tägige Mission gedacht waren. Er ist einer der ersten Menschen auf dem Mars und wird wohl der Erste sein, der dort stirbt. Doch Mark will und kann nicht aufgeben. Unerschütterlich nutzt er seine Ressourcen und versucht das Unmögliche zu überleben. Ein Kampf gegen jede Wahrscheinlichkeit...

Mein Eindruck
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Es kommt nicht allzu oft vor, dass mich ein Buch sprachlos zurücklässt. Noch seltener kommt es vor, dass mich ein Buch absolut überwältigt zurücklässt. Und doch hat "The Martian" genau das geschafft - mich Seite für Seite in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Stellenweise hätte ich vor Aufregung am liebsten in meinen Kindle gebissen, aber der konnte ja eigentlich nichts dafür.

Denn dieses Buch verpasst einen immer noch einen härteren Schlag, wenn man glaubt, man kann nichts mehr einstecken. Unerschütterlich stellt es Mark Watney vor schier unlösbare Probleme und ausweglose Situationen. Man leidet mit ihm, fiebert mit ihm, teilt seine Verzweiflung und seine Hoffnung. So lange Mark nicht aufgibt, kann man auch als Leser nicht anders. Leser und Mark Watney sitzen gemeinsam im selben Boot. Es ist erst vorbei, wenn die letzte Seite zu Ende gelesen ist. 

Das Buch ist abwechselnd aus Marks Logeinträgen und Abschnitten auf der Erde erzählt. Gerade seine Erzählstimme ist es, die das Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Er erzählt von seiner momentanen Situation, mal ist er von Gefühlen überwältigt, meistens jedoch stellt er sich sachlich und nüchtern seinen Problemen. Mit seinen Fähigkeiten und wissenschaftlichem Hintergrund schafft er es Gerätschaften zu verwenden, für völlig andere Zwecke zu missbrauchen und irgendwie den nächsten Tag zu überleben. Dann noch einen und noch einen und noch einen... Und bei jedem einzelnen Tag ist man bei Mark Watney dabei, schaut ihm über die Schulter und erlebt, wie es ist, der einzige Mensch auf einem Wüstenplaneten zu sein.

Man könnte glauben, die Einsamkeit würde dazu führen, dass das Buch auf Dauer langweilig wird. Dass Mark irgendwann alles erlebt hat, was einem auf einen verlassenen lebensuntauglichen Planeten so passieren kann. Nein! Weit gefehlt. Wenn das Buch ein Motto hätte, dann "Schlimmer geht's immer". Ich kann gar nicht sagen wie oft ich die Hände vor den Kopf geschlagen und meine Verzweiflung herausgebrüllt habe. Ich kann nicht sagen, wie oft ich meinen Reader zur Seite legen musste, um ruhig durchzuatmen und weiterlesen zu können.

Dieses Buch macht einen schlicht und ergreifend fertig. Und das macht es so fantastisch und wunderbar gut! Bleibt Mark Watney kein Moment der Ruhe, bleibt dem Leser kein Moment der Ruhe und umso mehr genießt man die kleinsten Errungenschaften mit. Am Abend vorher berichtet Mark von seinen Plänen, am Tag danach verschlingt man seinen Logeintrag, wie es ausgegangen ist. Mark ist der tapferste und mutigste Charakter, den ich je erlebt habe. Nur seiner gesunden Portion Humor und seinem unbändigen Lebenswillen ist es zu verdanken, dass dieses Buch dermaßen mitreißend ist, so faszinierend und absolut unter die Haut geht. Es bleibt mir nichts anderes zu sagen, dieses Buch ist schlicht und ergreifend genial.

Fazit
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Es gibt Bücher, die entführen den Leser in fremde Welten und lassen einen zeitweise nicht mehr wissen, wo das Buch aufhört und die Realität eigentlich wieder anfängt. Es sind diese Bücher, die man einmal liest und niemals wieder vergisst. Geschichten, die mit jeder Zeile lebendiger werden, einen Abenteuer erleben lassen, von denen man nie zu träumen gewagt hätte. Ich danke dem Autor Andy Weir, dass er diese Geschichte mit seinen Lesern geteilt und mich Mark Watney auf dem Mars hat begleiten lassen. Ich will mir gar nicht ausmalen, dass ich diese Geschichte um ein Haar verpasst hätte. Unbedingt lesen.


Ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte
5,0 Sterne


Kurze Anmerkung:
Ich kann es gar nicht fassen, aber dieses Buch war ursprünglich eine Selbstveröffentlichung. Nachdem der Autor mit früheren Büchern bei Agenten abgelehnt wurde, hat er diese Geschichte Stück für Stück auf seiner Website veröffentlicht. Als Leser sich eine Kindle-Version wünschten, hat er sie dort zum kleinstmöglichen Preis von 0,99 $ eingestellt. Dann hat sie sich verkauft, wie warme Semmeln und erst dadurch die Aufmerksamkeit eines Verlages erregt. Nun ist es 2014 im "richtigen" Verlag und auch übersetzt auf Deutsch erschienen.

8 Responses
  1. Okay, mein Entschluss ist gefallen. Das Buch muss ich lesen.
    Es hört sich wirklich total anders an, so eine ein Mann-Show, was total gut oder weniger gut sein kann :D

    Alles Liebe und tolle Rezi!


  2. Tina Says:

    @Carly:

    Eine echt gute Entscheidung! Ich hoffe, du wirst genauso aufregende Lesestunden haben, wie ich ;) Das ist wirklich eine ein Mann-Show, die sich gewaschen hat! Ganz viel Spaß!

    Dir auch alles liebe und dankeschön!


  3. Kücki K. Says:

    Huhu :)

    Oh man, gestern stand ich noch im Buchladen davor und hab es letztendlich doch nicht genommen, weil ich nicht wusste, ob es mir gefallen würde.
    Aber deine begeisterte Rezension hat mich irgendwie nun dazu gebracht, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte. Das Buch klingt fantastisch und wenn du dem Buch auch noch volle Punktzahl gibst, dann wird dieses Buch wahrscheinlich mich total aus den Socken hauen :D
    Danke für die tolle Rezension :)


  4. Liebe Tina,

    Die für ihren ausgewählten Geschmack und Kritikfreudigkeit bekannte Bloggerin von reading tidbits vergibt 5,0 Sterne? Da hab ich ohne Witz mal die Hand an den Mund geführt und einen leisen erschrockenen Laut ausgestoßen :D Da muss ja echt ordentlich was dran sein an dem Buch. Ich hab bis jetzt schon einige (ausschließlich gute wenn ich mich recht entsinne) Rezensionen dazu gelesen und hab den Marsianer schon immer so mit dem Augenwinkel im Blick behalten; nicht nur wegen der positiven Meinungen, auch die Thematik klingt so herrlich anders und unverbraucht. Aber jetzt hab ich, genau wie die beiden Bloggerinnen über mir, endgültig das dringende Bedürfnis nach diesem Buch ;)

    Alles Liebe, Sandra


  5. Hallo Tina,
    das Buch ist mir in letzter Zeit häufiger begegnet und da es dich ja anscheinend so vom Hocker gehauen hat, werde ich es mir nun auch mal näher anschauen. Ich muss auch zugeben, dass mich solche Endzeit/SiFi/Survival-Szenarien in letzter Zeit sehr interessieren.
    Auf jeden Fall machst du mich mit der Rezension gewaltig neugierig und ich bin gespannt, Mark ebenfalls als mutigsten und tapfersten Charakter zu erleben. Die Situation, in der er steckt, ist ja auch sehr fordernd. Und entweder gibt man auf, oder man kämpft bis zum bitteren Ende.
    Ich finde es zudem bewundernswert, wenn ein Autor nicht aufgibt, sein Werk zu veröffentlichen, nur weil so blöde Verlage einen nicht haben wollen. Daher finde ich es toll, dass auch der Autor gekämpft hat und nun die Früchte seiner harten Arbeit und seines Willens ernten kann. Ich finde es nur ein bisschen armselig, dass jetzt, wo das Buch erfolgreich ist, die Verlage ankommen, und es publizieren wollen. Immer geht es um das liebe Geld... Das ist wirklich traurig. Aber in Deutschland ist das ja nicht anders? Welcher junge, aufstrebende Neu-Autor hat denn die Chance, direkt von einem namhaften Verlag publiziert zu werden? Nein, man veröffentlicht sein Buch im Selbstverlag als eBook oder bei ganz ganz kleinen Verlagen, die sich nicht leisten können, für dein Buch zu werben. Und die großen Verlage veröffentlichen jedes Jahr Bücher von den gleichen bekannten Autoren und nur ganz selten ist mal jemand neues dabei. Schade eigentlich.
    Liebe Grüße, KQ


  6. Wow... das ist mal eine Rezension!
    Ich habe das Buch nun schon eine ganze Weile auf dem Reader, aber es kam eher zufällig dazu: Eine Kollegin war total begeistert als das erscheinen auf deutsch angekündigt wurde und lag mir tagelang in den Ohren, dass sie das unbedingt lesen müsse, weil es so gut klänge. Ich hab es mir dann halt auch mal organisiert, aber gedanklich für "irgendwann" abgelegt, nachdem ich überhaupt mal geschaut hatte um was es geht :D Allein von der Buchbeschreibung kann ich immer noch nicht ganz glauben, dass mich das Buch in seinen Bann ziehen kann... dir glaube ich da schon mehr! Steht jetzt neben zig anderen Büchern, die ich demnächst endlich mal lesen will oder soll. Ist es denn geeignet zum nebenher lesen, so wie ich eben meist im Zug lese oder sollte ich da mehr Zeit für einplanen?


  7. Tina Says:

    @Kücki:

    Oh, nein^^ Was für eine verpasste Gelegenheit ;D Egal, das kannst du ja jederzeit nachholen. Und so wie es sich anhört, hast du das auch vor. Freut mich! Ich drücke dir fest die Daumen, aber es ist schwer das Buch nicht zu mögen. Ich hoffe, der Autor wird noch mehr solcher toller Bücher schreiben!

    @Sandra:

    *lach* danke dir für deinen lieben Kommentar! Ich fühle mich geehrt ;P Ab und an kommt es dann doch mal vor^^ Ich habe aber auch überlegt, es ist echt schon sehr sehr lange her, dass mich zum letzten Mal ein Buch so begeistern konnte. Wenn du es liest, ich wünsche dir unheimlich viel Spaß und Nerven wie Drahtseile^^

    Dir auch alles Liebe!

    @Kaugummiqueen:

    Gerade wenn dir nach solchen Themen in letzter Zeit ist, kannst du mit dem Buch absolut nichts falsch machen! Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung, wenn du es in die Finger bekommst ;D

    Eben drum. Es gibt so wundervolle Geschichten, die erst durch die Selbstveröffentlichung ihren Weg finden. So wie hier, wenn er verunsichert duch die Ablehnungen zuvor dieses Buch gar nicht angeboten hatte. Susan Ee mit Angelfall hatte ihr Buch ebenfalls nicht einmal angeboten und gleich veröffentlicht. Ich bin ja unendlich froh, dass sich diese Bücher mit Mundpropaganda und Weiterempfehlungen dann gut verkaufen und ihre Aufmerksamkeit bekommen. Hier auf dem deutschen Buchmarkt ist es ganz schlimm, da hast du recht. Es gibt kaum neue Gesichter, fast nur bekannte Autoren und jemand neuen wird nur schwer die Chance gegeben. Von daher ist es nicht schlecht, dass es nun diesen zusätzlichen Weg gibt.

    @Suppenhuehnchen:

    Danke dir! Es ist mir aber auch ans Herz gewachsen dieses Buch ;)

    Du hast es schon! Na dann los, auf Lesen! Da hat deine Kollegin eindeutig recht ;D Von der Beschreibung her, habe ich es auch nicht geglaubt. Vor allem weil es eine One-Man-Show ist, aber was für eine. Man könnte denken, dass es mit der Zeit trostlos und eintönig wird, aber nicht mit Mark! Man muss es einfach probieren und herausfinden, wie es auf einen wirkt.

    Also ich hatte mir auch versucht, das Buch aufzuteilen, nachdem ich gemerkt habe, dass es ein Kracher wird. Ist mir nicht so einfach gefallen, weil man doch gerne weiterlesen will. Aber so an sich kann man sich auch an seinen Logeinträgen orientieren und es in Abschnitten lesen. Ab der Hälfte aber hab ich es dann in einem Rutsch durchgelesen^^

    Ich wünsche dir ganz ganz viel Spaß und hoffe, dass es dich auch überzeugen kann ;)


  8. Bou Queen Says:

    Wurde gekauft ... Mensch, Tina hör auf solche guten Bücher zu lesen xD sonst kann ich bald mein ganzes Geld einfach dir überweisen und du kaufst für mich ein.
    Hab aber schon vorher mal was von dem Buch gehört, war aber immer skeptisch und die ersten Seiten der Leseprobe sprachen mich auch kaum an. Jetzt hab ich es aber hier rumfliegen und deine Rezi ermuntert mich es recht bald zu lesen


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