Titel: Der Turm von Avempartha
Originalausgabe: Avempartha
Autor:
Michael J. Sullivan
Reihe:
The Riyria Revelations #2

Seiten: 399
Verlag: Klett-Cotta
Format: Broschierte Taschenbuchausgabe
ISBN: 3608960139
Preis: 16,99 €
Erscheinungsdatum: 23. August 2014
Genre: High Fantasy

Royce und Hadrian gehen in die zweite Runde - diesmal gilt es ein Ungeheuer zu besiegen und doch verbirgt sich viel mehr dahinter...
Spoilerfrei zum ersten Band "Der Thron von Melengar", zum Kurzeindruck des ersten Teils geht es hier. 

Vorbemerkung
.....................................

Es gibt sie also doch noch, die Reihen, die mit fortschreitenden Bänden besser werden. Der Auftakt "Der Thron von Melengar" war bis zum Mittelteil richtig gut, hat dann aber leider nachgelassen. Dennoch wollte ich der Reihe eine weitere Chance geben und habe es alles andere als bereut.

Zu den Ausgaben: Vielleicht interessant zu wissen, ursprünglich wurde die Reihe in 6 Bänden veröffentlicht. Davon erschien das erste Buch bei einem kleinen Verlag, der sich die weitere Veröffentlichung nicht mehr leisten konnte. Der Autor veröffentlichte daraufhin die Bücher selbst, bis sich schließlich Orbit als Verleger fand. Orbit fasste immer zwei Bände zu einem Buch zusammen und brachte die Reihe als Trilogie auf den Markt. Im Deutschen jedoch hatte man sich für die aufgeteilten Bände entschieden. Deshalb wird es im Deutschen noch 4 weitere Bände geben. Generell sind die Bände immer in sich abgeschlossen, tragen aber den Hauptplot weiter.

Inhalt 
.................

Nach den turbulenten Ereignissen des ersten Teils werden die Diebe Hadrian und Royce erneut engagiert. Diesmal von einer armen Bauerstochter, die ihre Hilfe braucht, um ein Ungeheuer von ihrem Dorf zu vertreiben. Innerhalb des Turmes von Avempartha soll sich ein magisches Schwert befinden, mit dem allein das Monster getötet werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nicht nur das kleine Dorf im Mittelpunkt steht, sondern auch das Schicksal des Reiches.

Mein Eindruck
.....................................

Im Mittelpunkt stehen Royce und Hadrian, zwei Diebe, die sich von den regulären Diebesgilden losgesagt haben und auf eigene Faust ihr Geschäft betreiben. Einerseits sind sie dadurch unabhängiger, andererseits auf einen stetigen Fluss an Einkommen angewiesen. Wirtschaftliche und ideelle Aspekte spielen also immer eine Rolle, wenn es darum geht, einen neuen Auftrag anzunehmen. Das Außergewöhnliche am Buch ist, dass beide ganz gegenteilige Charakterzüge haben und teilweise doch sehr unterschiedliche Ansichten haben. Trotzdem sind sie ein tolles Team und bewältigen gerade dadurch die größten Gefahren und Herausforderungen.

Schon im ersten Band mochte ich diese besondere Chemie zwischen Hadrian und Royce unheimlich gerne. Die Dialoge sind witzig, fesselnd und tragen viel zur Atmosphäre des Buches bei. Noch besser gefiel mir jetzt, dass nun auch die Vergangenheit der beiden Figuren beleuchtet wurde. Als Leser bekommt man die ein oder andere Erklärung für ein bestimmtes Verhalten und kann die Charaktere noch besser nachvollziehen.

Doch auch die Nebenfiguren kommen hier nicht zu kurz und wachsen einem mit der Zeit ans Herz. Im Vergleich zum Auftakt fand ich den Spannungsaufbau und das Verweben der Erzählstränge viel besser gemacht. Jede Nebenfigur ist perfekt im Erzählfluss untergebracht und bringt durch ihre Perspektive genauso die eigentliche Geschichte vorwärts. Gleichzeitig erfährt man mehr über die Welt und Umgebung. Überhaupt ist die gesamte Weltgestaltung klarer und man hat eher vor Augen, wie z.B. das Verhalten der Kirche oder eines bestimmten Herzogs, sämtliche Königreiche beeinflussen kann. In diesem Band wird der Grundstein zu viel Größerem gelegt und lässt einen richtig neugierig auf die weiteren Bände werden.

Allerdings macht sich das auch ein klein wenig nachteilig bemerkbar. Denn im Grunde ist man noch immer nicht viel schlauer, als noch zu Beginn der Geschichte (was das große Ganze angeht). Andeutungen wurden gemacht, doch es gilt noch, die eigentlichen Beweggründe zu erfahren.

Fazit
............. 

Ich bin mehr als nur froh, dass ich der Reihe noch eine zweite Chance gegeben habe. Es handelt sich im Grunde um klassische Fantasy, mit Helden, Monstern, Dieben, Zauberern und Zwergen. Doch gerade durch die zwei einzigartigen Hauptfiguren und die vielseitigen Nebenfiguren wird diese Geschichte zu etwas Besonderem. 


Eine Reihe, die sich entwickelt und über sich hinauswächst. Mehr davon!
4,3 Sterne

4 Responses
  1. Soleil Says:

    Mir ging es da anders, ich finde, der zweite Band steht deutlich hinter dem ersten zurück. Gerade die spritzigen Dialoge und die Beziehung der beiden Prots waren nicht mehr das, was sie mal waren. Dann zog sich die Handlung auch so fürchterlich. Erst gegen Ende wurde es dann interessanter. Hätte ich das Buch gekauft, hätte es mir echt leid getan, weil das nunmal auch kein TB ist, sondern man echt was auf den Tisch legen muss. Insgesamt ist die Serie interesant, aber Teil 3 steht sicher nicht auf meiner Wunschliste, könnte aber gelesen werden, wenn er mir irgendwo sonst über den Weg läuft. Priorität hätte das aber trotzdem nicht.


  2. Tina Says:

    @Soleil:

    So unterschiedlich kann ein Eindruck ausfallen! Wie gesagt bei mir war das wirklich genau umgekehrt. Ich mochte die Handlung mehr als im ersten Band, die Dialoge fand ich etwa gleich gut. In Band 3 hab ich nun auch schon reingelesen und finde, er knüpft wieder richtig gut an. Ich kann aber gut verstehen, dass dein Interesse gerade nicht allzu hoch ist, wenn die Reihe für dich nachgelassen hat. Ich werde jedenfalls weiter darüber berichten und hoffe, dass du vielleicht doch irgendwann mal weiterliest. Wäre gespannt, ob wir da auch wieder so auseinandergehen! ;D


  3. Das Buch habe ich mir zu Weihnachten gewünscht, weil ich den ersten Band auch richtig gerne mochte. Hoffentlich finde ich es dann am 24. unterm Baum. :)


  4. Tina Says:

    @lesemomente:

    Wie schön! Dann drücke ich dir feste die Daumen, dass es auch tatsächlich unterm Baum auf dich wartet!


Kommentar veröffentlichen

Feel free to comment