Titel: Das gefallene Schwert
Originaltitel: The Red Knight
Autor: Miles Cameron
Reihe: The Traitor Sun Cycle #2
Seiten: 1085
Verlag: Heyne
Format: broschierte Taschenbuchausgabe
ISBN: 9783453314429
Preis: 16,99 € 
Erscheinungsdatum: 8. September 2014
Genre: High Fantasy
Leihen: bei Skoobe 

Die Geschichte um den roten Ritter und seine Truppe geht weiter - diesmal gilt es eine Prinzessin zu retten...
Spoilerfrei zum ersten Band "Der rote Krieger" (zur Rezension geht es hier).

Inhalt
................

Der rote Krieger und seine Männer werden erneut angeheuert. Diesmal führt sie die Reise nach Morea, in das benachbarte Kaiserreich. Der Kaiser wird nach einem Komplott entführt, die Prinzessin hält mit Mühe den Palast und wird von Feinden belagert. Nur das Söldnerheer kann sie noch retten. Als der rote Ritter zur Hilfe eilt, wird der Kampf schwieriger als gedacht. Selbst hinter den schützenden Mauern droht an jeder Ecke Verrat und Hinterlist. Schon bald wünschten sie sich, sie würden wieder gegen die Wildnis kämpfen...

Mein Eindruck
.....................................

Miles Cameron hatte mich mit seinem Auftakt überzeugen können. Sogar noch 100 Seiten länger als dieser Band und doch nahezu durchgehend fesselnd. Leider beginnt der Autor in "Das gefallene Schwert" mit derselben Schwäche, die mir schon im ersten Band aufgefallen ist. Anfangs sind es einfach viel zu viele Erzählperspektiven. Als Leser hat man das Gefühl, die Geschichte würde sich nur in Zeitlupe entwickeln. In Band 1 hatte er die Perspektiven im Laufe des Buches reduziert und den Plot immer schneller vorangetrieben. In "Das gefallene Schwert" war das leider nicht der Fall.

Beispielsweise beginnt der Prolog mit einer interessanten Figur. Ihre Geschichte wird allerdings erst auf ca. Seite (!) 350 weitererzählt. Das ist viel zu spät! Bis dahin ist der Erzählstrang doch nur noch eine blasse Erinnerung. Stattdessen folgen nach vielversprechenden Abschnitten häufig Erzählstränge, die deutlich weniger fesseln. Liefen im ersten Band zumindest alle Fäden noch zusammen, fehlt hier das große Konstrukt, das alle Perspektiven miteinander verbindet. Wer weiß, vielleicht kommt das noch in den Folgebänden. Doch gerade das Gefühl ein in sich abgeschlossenes Buch vor sich zu haben, hatte mir beim Auftakt so zugesagt. "Das gefallene Schwert" dagegen ist eindeutig ein Zwischenband.

Dabei zeigt der Autor in bestimmten Szenen wieder, was er drauf hat. Obwohl er sehr detailliert und ausschmückend erzählt, fliegen passagenweise die Seiten nur so vor sich hin. Auf der anderen Seite hat er mir, wie gesagt, stellenweise zu weit ausgeholt und unzählige Perspektiven eingebaut, die mein Interesse leider nicht mehr wecken konnten. Der Handlungsstrang um den roten Krieger selbst war wieder gut, doch es braucht einfach zu viele hunderte von Seiten bis die Story richtig ins Rollen kommt.

Außerdem kam mir "der Herzog", wie er sich in diesem Band nennen lässt, diesmal sehr distanziert vor. Durch die hauchzarte Liebesgeschichte im ersten Teil hat man weiche und nachgiebige Seiten an ihm kennengelernt. Jetzt jedoch kämpft er "nur" wie gewohnt gegen innere und äußere Dämonen. Auch die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte zur Prinzessin in Not, war mehr hochgebauscht, als tatsächlich vorhanden. Ich brauche ja nicht die große Romantik in High Fantasy Büchern, aber wenn man es richtig anstellt, kann man eine Story dadurch noch einmal bereichern.

Fazit
...............

Generell ist es mir bei diesem Band schwergefallen, ein Konzept dahinter zu erkennen. Vergeblich habe ich nach einem roten Faden gesucht, der sich durch alle Perspektiven zieht und am Ende zusammenläuft. Stattdessen schreitet die Handlung in Zeitlupe voran und verliert sich in viel zu vielen Perspektiven. Der Detailreichtum war schon im ersten Band vorhanden, hat sich dort aber mehr positiv als negativ bemerkbar gemacht. Ich hatte gehofft, der Autor würde die Geschichte in dem entschlackten Stil fortführen, in dem er sie beendet hatte. Stattdessen war leider das Gegenteil der Fall und führte für mich zu einem eher durchschnittlichen Lesevergnügen.


Lässt im Vergleich zum Vorgänger leider nach
3,0 Sterne


Anmerkung: 
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten.
2 Responses
  1. Mila Says:

    Ueber 1000 Seiten, oh my :-O
    Die Erzaehlperspektiven schrecken ein wenig ab, aber den ersten Band davon werd ich mir trotzdem mal anschauen, koennte mir gefallen, ueber Soeldner lese ich eh gerne.


  2. Tina Says:

    @Mila:

    Den ersten Band kann ich dir wärmstens empfehlen! Auch da ist Geduld gefragt, aber es entwickelt sich alles richtig gut und hat Spaß gemacht. Man kann das Buch auch abgeschlossen stehen lassen.


Kommentar veröffentlichen

Feel free to comment