Titel: Das Rosie-Projekt
Originalausgabe: The Rosie Project
Autor: Graeme Simsion
Reihe: Don Tillman #1
Seiten: 352
Verlag: Kürger (Fischer)
Format: Gebundene Ausgabe
Preis: 18,99€
ISBN: 3810519510
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2013
Genre: Gegenwartsroman, Liebesroman

Wenn Figuren aus "Big Bang Theory" Hauptcharakter einer Liebesgeschichte werden - wunderbar unterhaltsam!


Inhalt
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Liebe lässt sich nicht durchplanen und berechnen - hätte das mal einer Don Tillman gesagt. Don ist Professor in Genetik auf der Suche nach der perfekten Frau und hat nach all seinen gescheiterten Dates zuvor einen genialen Plan: das Ehefrau-Projekt. Mit akkuraten Fragebögen werden systematisch alle "schlechten" Eigenschaften eliminiert: Rauchen, Trinken, zu spät kommen, Vegetarier sein usw. Alles läuft nach Plan, bis er Rosie begegnet. Sie braucht seine Hilfe um ihren Vater zu finden und wirbelt dabei allerhand durcheinander...

Mein Eindruck
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Auf Goodreads hatte die Rezensentin Tatiana das Buch mit nur drei Wörtern treffend beschrieben, "Sheldon in love". Man stelle sich Sheldon Cooper aus Big Bang Theory vor, nur in etwas besser aussehend, weil Don Tillman regelmäßig Kampfsport treibt (um sich früher seine Mobber in der Schule vom Hals zu halten und jetzt um sich fit zu halten). Dann denkt man sich, dass er statt in Physik in Genetik brilliert. Und genau in diesem Kopf steckt man als Leser fest und erlebt alles aus der nerdigsten Perspektive, die man sich vorstellen kann!

Denn Don Tillman ist alles, was man von einem genialen aber sozial inkompetenten Menschen erwarten würde. Er hat so einen rationalen Blick auf alles im Leben, dass ihm wenn er sich ganz normal verhält, ständige soziale Fauxpas passieren. Deshalb passt er sein Leben daran an, dass er versucht den sozialen Anforderungen gerecht zu werden, so schwer es ihm auch fällt. Zum Beispiel will er bei einem Vortag eine Frau in der hinteren Reihe aufrufen. Er sagt, "Bitte, die fette Frau da hinten." Dann bemerkt er seinen Fehler und will sich korrigieren, "Entschuldigung - die sehr übergewichtige Frau dahinten." Richtig wäre natürlich z.B. "Bitte, die Frau in rot/blau/grün dahinten" gewesen, je nachdem was sie anhatte. So genial Don im wissenschaftlichen Bereich ist, was das Interagieren mit anderen Menschen angeht, verhält er sich wie ein Kleinkind.

Genau das macht Don als Hauptfigur so ungemein sympathisch. Klar ist er ein Freak! Ich meine, welcher Mensch kocht absichtlich nach Wochenplan jeden Tag exakt dasselbe, um Zeit und Aufwand in der Zubereitung zu sparen? Wer hat einen bis auf die Minute hinuntergerechneten "Stundenplan" für jeden seiner Wochentage? Mit Einheiten, wie "Duschen", oder anderen alltäglichen Aktivitäten, die in keinem Terminkalender stehen müssen? Und wehe es geschieht etwas Unvorhergesehenes und wirft die Planung über den Haufen. Umso amüsanter ist natürlich, wie Rosie genau auf diese Weise sein Leben durcheinanderwirbelt. Durch ein Missverständnis haben sie schon sehr früh ihr erstes Date und diese Frau bringt echtes Leben in sein vorheriges Leben. Es macht wahnsinnig Spaß beide zusammen zu erleben und zu beobachten, wie sie aufeinander reagieren und sich näherkommen.

Allerdings sind nicht nur die Hauptfiguren interessant. Es steuert auch viel zur Geschichte bei, wie Dons Mitmenschen auf ihn reagieren. Natürlich seine zwei Freunde, die er hat. Aber auch, wie er z.B. bei einer Reise in New York ganz anders auf Menschen wirkt. New York ist Sammelpunkt von so viel Ungewöhnlichem, dass Don dort nicht einmal auffällt. Natürlich ist klar, dass sein "Ehefrau-Projekt" von Anfang an zum scheitern verurteilt ist. Doch das muss Don erst einmal lernen und begreifen, um tatsächlich seine große Liebe zu finden.

Fazit
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"Das Rosie-Projekt" ist ein ungemein unterhaltsames und witziges Buch. Es ist total faszinierend im Kopf eines absoluten Genies zu stecken, der aber gleichzeitig bei jeder sozialen Interaktion einen Hochseilakt betreiben muss. Man erlebt, wie er sich entwickelt, wie Rosie sein Leben und auch seine Denkweise beeinflusst. Und doch bleibt er sich auf seine Art und Weise treu und genau dafür muss man ihn einfach lieben! Ich empfehle jedem, sich einfach eine Leseprobe zum Buch anzuschauen. Wer weiß, vielleicht hat man danach die Muße, und Freude Don höchstpersönlich kennenzulernen ;)


Für 350 Seiten ein verliebtes Genie sein? Nur zu!
4,3 Sterne

Kurze Anmerkung: Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, mich aber entschlossen, für diese Rezension wieder das deutsche Buch in den Vordergrund zu stellen. Wer gerne etwas Unterhaltsames auf Englisch lesen möchte, dem kann ich die englische Version nur ans Herz legen ;) "The Rosie Project" als Taschenbuch für ca. 6 €.





11 Responses
  1. Lena B Says:

    Also eigentlich müsste ich das ja aus Prinzip schon lesen ^^ Mein Freund ist unglaublicher Big Bang Theory-Fan und sozusagen Sheldon in der Light-Version. In einigen Dingen glücklicherweise etwas lockerer ^^


  2. Tina Says:

    @Lena:

    Das ist echt total witzig! Da müsstest du mal schauen, ob sich bestimmte Erfahrungen wirklich decken :) Wenn du es liest, wünsche ich dir ganz viel Spaß!


  3. Haha, ich liebe Sheldon, da muss ich mir "The Rosie Project" einfach holen! Über das Buch hört man so einiges, doch auf die Richtung, in die die Geschichte geht, hätte ich nun nicht getippt.

    Liebe Grüße,
    Bramble


  4. Tina Says:

    Ah, das freut mich total Bramble! Da kannst du dich auf einiges gefasst machen, vor allem im Englischen ists bestimmt noch witziger als in der Übersetzung! Freu mich schon auf deine Meinung!

    Dir auch liebe Grüße!


  5. Ich hab mir zu dem Buch nie die Inhaltsangabe durchgelesen. Ich hab deshalb immer gedacht, es geht um ein Fahrradrennen oder so. Sogar bei den Originalcovern sind immer Räder drauf - deshalb hat es mich auch nie angesprochen xD Jetzt weiß ich besser Bescheid, haha. Und es hört sich richtig interessant an. Ich liebe ja Sheldon, er ist so goldig :D Böse, du. Ich hab eh schon genug Bücher, die ich auch noch lesen möchte. Vicious, Der Name des Windes z.B., Mensch.


  6. Und bei dem einen anderen Cover ist so ein Hummer drauf. Deshalb bin ich auf Hummerwettessen gekommen und wasweißich irgendein Typ, der eine Vorliebe für Krustentiere hat, aber niemals nie hätt ich auf eine Liebesgeschichte getippt. Frag nicht, wie mein Hirn funktioniert. xD


  7. Das Buch steht schon seit längerem auf meiner Wunschliste, und als ich es dann endlich kaufen wollte, war das englische Hardcover mit dem Hummer drauf nicht mehr verfügbar ... grrr.

    Ich bin ja beim besten Willen kein Fan von TBBT. Don Tillman scheint aber Züge eines Autisten zu haben, deshalb stelle ich mir das Buch ganz interessant und amüsant vor. :)


  8. Tina Says:

    @thebookmonster :

    Ich verstehe auch nicht recht, was sie da mir den Covern angestellt haben. Sowohl beim Englischen, als beim Deutschen. Wobei ich den Hummer noch hübscher finde :) Von der reinen Aufmachung hätte es mich nie angesprochen, es waren eher die Wertungen, die mich darauf aufmerksam gemacht haben. Und zu gerne binde ich dir tolle Bücher auf die Nase :)

    @Lina:

    Ja, er hält zu Beginn einen Vortrag über das Asperger Syndrom und ihm ist selbst gar nicht klar, wie sehr er sich dem eigentlich annähert. Indem man ausschließlich seine Perspektive hat, kommen einem seine Gedankengänge mit der Zeit immer "normaler" vor, doch ab und an gibt es schon so einige Ausreißer. Vor allem die Entwicklung an ihm hat mit so gefallen. Er bleibt sich selbst treu, aber er genießt mehr das Leben und die Gesellschaft anderer, wodurch er gleich viel besser klarkommt. Wirklich ausgesprochen wird es aber nicht. Sehr amüsant und definitiv interessant!


  9. Hannah Says:

    Also meine Mama hat mir das Buch sehr empfohlen :DD
    Durch diese ungewöhnliche Sicht bekommt man einmal einen ganz anderen Eindruck vom Asperger Syndrom und ich finde solche Bücher immer sehr spannend zu lesen. Gerade was die Gefühlswelt angeht, kann man sich normalerweise gar kein Bild davon machen, wie das für autistische Menschen so ist.
    Vielleicht kennst du The Curious Incident of the Dog in the Nighttime? Da ist auch ein autistischer Junge die Hauptperson, allerdings ist dort keine Liebesgeschichte involviert ;)


  10. Sonne Says:

    Also du weißt ja - wenn du ein Buch so gut bewertest, dann muss ich das eigentlich auch gleich haben. Das geht ja kaum anders!
    Um ehrlich zu sein bin ich ja kein wirklicher Fan von der Figur des Sheldon in TBBT [nur von der Darstellung von Jim Parsons, ansonsten mag ich Leonard lieber, weil der mehr wie ich ist :P], daher ist das für mich nicht wirklich das ausschlaggebende Argument - ich finde es prinzipiell nur einfach sehr interessant, Figuren kennen zu lernen, die von der "Normalität" so abweichen, Und wenn diese Figuren dann auch noch richtig gut funktionieren, dann ist das super!
    Danke dir also für den Tipp, ich will's ja schon länger lesen, aber jetzt muss ich mich wohl mal drum bemühen...


  11. Wie stehst du denn da eigentlich zu Teil 2? Liest du den auch noch?


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