Titel: Lost Land, die erste Nacht
Originaltitel: Rot and Ruin
Autor: Jonathan Maberry 
Reihe: Benny Imura #1 (auf 4 Bände angelegt)
Seiten: 528
Verlag: Thienemann
Format: gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN:  3522201515
Preis: 16,95€ 
Erscheinungsdatum: 27. September 2012
Genre: Junge Erwachsene, Endzeit
Bestellen: beim Verlag

14 Jahre nach der ersten Nacht - die Welt hat sich verändert, ein Leben hinter den Zäunen oder außerhalb unter Bedrohung von Zombies...

Inhalt
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Benny Imura lebt in Mountainside, einer kleinen Stadt die von Zäunen geschützt inmitten des "Lost Land" liegt. 14 Jahre sind vergangen seit es den ersten Zombieausbruch gab und die Welt völlig verändert wurde. Innerhalb von Mountainside herrschen strenge Regeln, ab einem Alter von 15 Jahren muss sich ein junger Mensch selbst den Lebensunterhalt verdienen. 
Benny probiert dabei so einiges aus und entschließt sich letztendlich doch dem Familienunternehmen beizutreten. Sein Bruder Tom ist "Kopfgeldjäger", der gezielt Jagd auf Zombies macht. Das erste Mal draußen im "Lost Land" muss Benny aber feststellen, dass es ganz unterschiedliche moralische Ansichten gibt. Die größte Gefahr sind nicht die Zombies, sondern die Menschen selbst...

Mein Eindruck
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Es gibt gewisse Bücher, die können schon von Beginn an positiv punkten. In "Lost Land" befindet sich das Geschehen in einem begrenzten Raum, der Stadt Mountainside und dem verlorenem Land außenherum. Die Anzahl der Charaktere ist überschaubar, sie werden einem schnell vertraut und es hat nicht lange gedauert, bis ich Hauptfigur Benny richtig mochte. Seine Denkweise ist zu Beginn so beschränkt wie der Zaun um Mountainside, mit der Zeit aber wächst er über sich hinaus und lernt zu begreifen.

Gut gemacht finde ich, wie der Autor versucht dem Leser auf unbeschwerte Art und Weise ernste Themen näher zu bringen. Einmal das Thema Familie, wie können Brüder, die sich im Laufe der Jahre auseinander gelebt haben wieder zueinander finden? Wie viel Mensch steckt noch in einem Zombie und verdient nicht jeder zumindest Respekt? Viele dieser Gedanken sind in Dialogen, vor allem zwischen Benny und seinem Bruder Tom, eingebunden.

Die Erzählung wechselt ab, zwischen schneller actionreicher Handlung und dann wieder Ausflügen in die Vergangenheit, mittels langer Gespräche. Schritt für Schritt erfährt man mehr über diese Welt, die Charaktere und Veränderungen. Von Zeit zu Zeit werden die Informationen aufgelockert, wenn Benny und Tom den sicheren umzäunten Bereich verlassen und ins verlorene Land hinaustreten, in dem jeder auf sich alleine gestellt ist. Für manchen Leser wird es stellenweise zu langatmig sein, denn eine Episode aus der Vergangenheit kann sich mal gut und gerne auf um die 20 Seiten erstrecken. Ich für meinen Teil, fand das Verhältnis gut ausgewogen.

Gerade als ich meinte, ob nicht langsam wieder mehr Handlung in die Geschichte kommen könnte, hat das Erzähltempo enorm angezogen und mich über die letzten zweihundert Seiten nicht mehr losgelassen. Ein Stück weit zu offensichtlich, waren mir manche Wendungen und für meinen Geschmack wird bei einigen Charakteren zu viel "Schwarz-Weiß" Malerei betrieben. Insgesamt aber bin ich sehr zufrieden mit dem Ende und Bennys erster Geschichte.

Fazit 
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Es muss also jeder Leser selbst wissen, wie viel er über die Welt erfahren will und wie viel Zeit er dafür aufbringen möchte. Über 500 Seiten sind eine Menge für ein Jugendbuch, ich fand das Verhältnis aus Informationen und aktueller Handlung gut umgesetzt. "Lost Land" ist also eine gelungene und spannende Zombie Umsetzung, die versucht dem Leser eine Geschichte auf mehreren Ebenen zu erzählen. Letzten Endes liegt es am Leser diese auch anzunehmen.


Tolles Zombieabenteuer mit starken Familienbanden
4,3 Sterne
5 Responses
  1. Das Buch werde ich mal im Hinterkopf behalten... Die Leseprobe die ich mal wo gesehen habe klang auch schon nicht schlecht!
    Wenn ich wieder mehr Lust auf Dystopien hab könnte es was für mich sein ;)
    Es ist eine Reihe, wenn ich das richtig verstehe? Kann man es denn auch für sich stehend lesen?


  2. Tina Says:

    In dem Fall würd ich auch eher "Endzeit" sagen. Also es gibt Regeln in der Stadt, aber die hat nur am Rande Bedeutung. Es geht dann schon mehr um das Überleben außerhalb und was damals in "der ersten Nacht" und in den darauffolgenden Jahren passiert ist. Die Zombies sind jetzt nicht so detailreich ausgearbeitet wie bei Mira Grant zum Beispiel. Schon eher "Jugendbuchgerecht" ;)

    Also ich würd sagen du kannst es so abgeschlossen lesen. Es hat keinen bösen Cliffhanger, die begonnen Fäden sind nahezu alle abgeschlossen. Könnte man gut so stehen lassen. In einem Interview spricht der Autor von 4 Bänden.


  3. Mara Says:

    Zu diesem Buch habe ich schon die Leseprobe gelesen und sie hat mir eigentlich ziemlich gut gefallen.
    Das Cover schreckt mich ein bisschen ab - ist überhaupt nicht mein Fall - und noch eine neue Reihe?
    Freut mich auf jeden Fall, dass es dir gefallen hat. Irgendwann hole ich es mir bestimmt auch :)
    Liebe Grüße,
    Mara


  4. Sandrina Says:

    Erinnert mich ein wenig an die Trilogie von Carrie Ryan, mit dem Zaun und dem abgegrenzten sicheren Bereich. Aber das muss ja nicht schlecht sein. Ich möchte das Buch unbedingt noch lesen :)

    LG, Sandrina


  5. Tina Says:

    @Mara:

    Wirklich dich schreckt das Cover ab? Also wenn man mit dem Finger über den Schutzumschlag fährt, ist der Drahtzaun hervorgehoben, find das richtig cool! Wenn dir aber die Leseprobe gefallen hat, ist ein gutes Zeichen ;)

    Dir auch liebe Grüße!

    @Sandrina:

    Hm, Carrie Ryan sagt mir gerade nichts, muss ich mal googeln. Manche haben kritisiert, dass er ja so wenig eigene Idee hatte, über Zombies wäre ja schon eine ganze Menge geschrieben worden. Ich finde Ähnlichkeiten nicht schlimm, es ist klar dass jeder mit seiner Idee nicht bei Null anfängt. So lange auch die Ausarbeitung stimmt und überzeugt.

    Ich hoffe es wird dir auch gefallen, wenn du es liest!


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