Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Originaltitel: The Fault in Our Stars
Autor: John Green
Reihe: Einzelband
Seiten: 288
Verlag: Carl Hanser Verlag
Format: gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN: 3446240098
Preis: 16,90€ 
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2012
Genre: Gegenwartsliteratur, Jugendbuch

Die kleine Unendlichkeit zwischen Hazel und Augustus - eine bewegende Liebe im Kampf gegen den eigenen Körper

Inhalt 
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Die 16-jährige Hazel hat nicht mehr viel Zeit. Ein Mittel hält ihren Krebs momentan in Schach, doch die Frage ist wie lange noch. Doch Hazel möchte kein Mitleid und hält sich lieber von anderen Menschen fern. Bis sie eines Tages bei einer Selbsthilfegruppe Augustus trifft. Gus geht seine Krankheitsgeschichte ganz anders an und schaut immer positiv in die Zukunft. Nach und nach verlieben sich beide ineinander und verbringen jeden kostbaren Moment zusammen. Doch letztendlich läuft ihnen die Zeit davon...

Mein Eindruck
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Für mich ist es ganz schwierig die richtigen Worte für dieses Buch zu finden. Normalerweise mache ich eher einen Bogen um aufwühlende Bücher, schließlich geht es mir um den Spaß beim Lesen und ich möchte nicht "absichtlich" traurig sein. Allerdings gibt es Bücher, bei denen muss ich eine Ausnahme machen, weil ich sonst das Gefühl habe, etwas zu verpassen. Über "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" habe ich schon so viel bewegendes gehört, da führte für mich kein Bogen daran vorbei.

Zunächst fand ich es klasse, dass es trotz des traurigen Themas einige humorvolle Dialoge gibt. Hazel und Gus funktionieren wunderbar zusammen, dadurch konnten sie mir das ein oder andere Lächeln auf die Lippen zaubern. Natürlich ist es von Anfang an klar, dass sie sich verlieben werden und sicherlich waren sie dabei schneller als so manches normale Paar. Doch die Beiden sind schließlich alles andere als gewöhnlich. Für sie bedeutet jeder Tag eine neue Herausforderung mit vielen Höhen und Tiefen.

John Greens Buch lebt von seinen Charakteren und deren Gefühlen. Es wird sehr viel aus dem Alltag beschrieben, wie sie der Krebs einschränkt und auch die Beziehung zu Eltern, Freunden und auch völlig Fremden beeinflusst. Hazel ist ein sehr eindrucksvoller Charakter. Man könnte sagen, sie hat sich mit ihrem kurzen Leben abgefunden und sieht erst durch Augustus die Welt wieder mit anderen Augen. Dabei ist sie oft schwierig, temperamentvoll und sehr direkt. Vor allem die Beziehung zu den Eltern ist ein schmaler Grad aus Für- und Übersorge.
Besonders hervorheben will ich, dass das Buch nicht nur von Hazel getragen wird. Es gibt so viele Charaktere, die ihre Gedanken einbringen und Eindruck hinterlassen, dass es einem schwer fällt sich den "liebsten" herauszusuchen. Trotz der geringen Seitenanzahl hat man das Gefühl sie alle, zumindest in Ansätzen, kennenzulernen. 

Allerdings hat mich das Buch doch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Für mich hat es eine Weile gedauert bis ich völlig im Buch angekommen bin. Sicherlich ist das dem nicht ganz einfachen Thema zuzuschreiben. Hinzukommt dass ich im letzten Drittel sehr hin und her gerissen war. Manche Stellen waren zum dahinschmelzen schön, bei anderen hatte ich das Gefühl, dass der Autor geradezu nach Tränen haschen würde. Insgesamt fehlte mir das kleine bisschen mehr Hoffnung zwischen den Zeilen. Natürlich wirkt es so ernüchternder und realistischer, doch jedes Buch hat seine Botschaft und ganz zufrieden bin ich mit dieser nicht.

Fazit 
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Letztendlich kann ich sagen "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist sicherlich eines der bewegendsten Bücher, das ich in langer Zeit gelesen habe. Es widmet sich so vielen ernsten Themen durch berührende, mal humorvolle und auch unendlich traurige Dialoge. Trotz der geringen Seitenzahl sind die Charaktere fantastisch ausgearbeitet und wachsen einem mehr und mehr ans Herz. Für meinen Geschmack aber, hat es der Autor an manchen Stellen zu sehr auf die Spitze getrieben und hätte ein Stück mehr Hoffnung überbringen können.

4,0 Sterne


12 Responses
  1. Reni Says:

    Hey Tina,

    mich hat das Buch ja sehr berührt, von der ersten bis zur letzten Seiten. Ich finde deine Gedanken sehr schön ausgearbeitet und kann deinen Zwiespalt gut nachvollziehen. Es ist ja auch keine leichte Thematik und da die Waage zu halten ist gewiss keine Leichtigkeit. Ich fand dieses Buch gerade wegen der authentischen/überraschenden Entwicklung sehr faszinierend und lesenswert - eigene Erfahrungen im Verwandten und Bekanntenkreis spielen da wohl auch keine unwichtige Rolle. Die Botschaft hat mir persönlich dann auch gefallen. Es geht halt nicht um ein langes Happy End im Leben, sondern auch um die kurzen, glücklichen Momente. Auch das nach vorne schauen, in Bezug auf die Eltern, fand ich sehr bewegend. Aber wie gesagt, ich kann deinen Zwiespalt auch verstehen. Schöne Rezi!

    Liebe Grüße
    Reni


  2. Tina Says:

    Danke dir für deinen Eindruck Reni! Hab mir nach dem Schreiben der Rezi auch gleich deine angeschaut und kann dir bei vielem zustimmen. Jetzt kann ich wirklich die ganzen Lobeshymnen für das Buch nachvollziehen ;)

    Irgendwo habe ich gelesen, dass der Autor selbst jemanden an den Krebs verloren hat und da sicher einiges hat einfließen lassen.

    Ich hatte es eben mit Spoilern formuliert, aber finde keine Möglichkeit das irgendwie versteckbar im Kommentar hinzuzufügen. Es ist eine schöne Interpretationsmöglichkeit den Augenblick wertzuschätzen. Doch ich finde Hazel hat sehr lange gebraucht, um es wirklich zu können. So wie es schließlich zu Ende gegangen ist, fehlt mir eine positive Botschaft für die Zukunft. Irgendetwas, ein kleines bisschen. Nur in der Vergangenheit zu schwelgen kann es doch irgendwie nicht sein.

    Aber wie du sagst, ein sehr schwieriges Thema, mit vielen Sichtweisen. Viel Stoff zum nachdenken!


  3. Tina Says:

    Letzteres war nun ohne Spoiler übrigens^^


  4. Reni Says:

    @ Tina,

    wirklich ein interessantes Thema, das viele Sichtweisen bietet. Und stimmt, hier ist es wirklich schwer, nicht zu spoilern. Ich habe für meine Rezi auch EWIG gebraucht und dachte, ich verrate vielleicht zu viel. Manchmal ist das wirklich schwierig. Aber schön, dass wir uns trotz etwas anderer Sichtwinkel verstehen - das Buch schneidet bei dir ja auch nicht schlecht ab. Über Hazel und ihren langen Weg zur Erkenntnis sowie das Ende kann man sicherlich stundenlang sinnieren - ohne Spoiler wird das recht schwierig. Mein Motto: besser spät, als nie. Und für mich zeigt sich die Botschaft/das Licht eindeutig bei den Eltern. Hätten sich die Dinge für Hazel noch geändert, wäre es für mich schon wieder unglaubwürdig gewesen. Für mich lag ihre Hoffnung in der Gegenwart mit Augustus und in den Abschiedsworten. Der Schmerz gehört letzendlich zum Leben dazu. So, nun reicht´s aber. Wir wissen ja, was der andere meint. Deine Rezi ist trotzdem schön! :D

    Liebe Grüße
    Reni


  5. Ayanea Says:

    Wirklich eine schöne Rezension. Das Buch geistert ja derzeit durch viele Blogs und so ziemlich alle sind der Meinung das es ein sehr gefühlvolles und bewegendes Buch ist. Das kann ich mir immer gar nicht vorstellen, wenn ich mir die Seitenzahlen anschaue. Aber nachdem sich da trotzdem alle einig sind, werde ich es nun auch auf meinen Wunschzettel packen :)


  6. Tina Says:

    @Reni:

    Stimmt, ich glaube ich werde noch etwas über den Aspekt mit den Eltern nachdenken. Bisher hatte ich es vernachlässigt, doch du hast Recht, die nicht direkt betroffenen, sollte ich nicht unter den Tisch kehren.

    Puh dann bin ich mal froh, dass ich nicht die Einzige bin, die EWIG an dieser Rezension saß. Es ist so schwierig überhaupt mal seine Gedanken dazu richtig zu formulieren und dann auch noch ohne viel zu verraten. Umso schöner wenn man sich dann darauf aufbauend austauschen kann :)

    Ich glaub man muss hier auch einfach sehen, dass es nicht unbedingt "mein Genre" ist. Gegenwartsliteratur lese ich so schon sehr selten und dann überaus traurige, noch seltener. Doch dieser Ausflug hat mich sehr berührt und viel nachdenken lassen.

    @Ayanea:

    Also ich finde es wirklich sehr empfehlenswert und ich denke es würde dir gut gefallen ;) Zunnächst war ich auch sehr erstaunt, wenn man die 280 Seiten bedenkt. Allerdings ist es recht klein geschrieben und hat nicht so viel Seitenrand wie manch andere Jugendbücher. Mir kam es auch keinenfalls zu kurz vor. Es passt völlig so wie es ist.

    Sollte es irgendwann bei dir einziehen, bin ich sehr gespannt, ob ich Recht behalte!


  7. Tanja Says:

    Ich kann deine Rezension auch nur als "wirklich schön" bezeichnen! Ich finde die stimmt einen so melancholisch-hoffnungsvoll - genau wie das Buch eben! :)


  8. Cassy K. Says:

    Du hast einen Award von mir bekommen http://casandrakrammer.blogspot.de/2012/08/blog-award.html


  9. Tina Says:

    @Cassy:

    Ich danke dir für den Award :)


  10. Buchtastisch Says:

    Sehr schöne Rezi! Hm, das Buch lasse ich auf meinem Wunschzettel - vllt findet es ja demnächst mal seinen Weg zu mir. Deine Rezension ist auf jedenfall überzeugend. Oft bin ich ja unentschlossen, ob ich ein Buch auf den Wunschzettel packen soll - aber das hätte ich doch recht gerne. Ein schönes Buch zu einem schwierigen Thema. Klingt interessant!

    LG
    Monika


  11. Charlie Says:

    Hey =)
    du hast doch schöne Worte für das Buch gefunden.
    Was die Dialoge angeht, gebe ich dir Recht.
    Ich hätte es nicht gedacht, aber das Buch bringt einen doch teilweise zum Lachen - trotz seines traurigen Themas.

    Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass der Autor mehr Hoffnung hätte vermitteln sollen. Das wäre in Hazels Fall einfach unrealistisch gewesen.
    Außerdem hat er, finde ich, schon allein damit ein wenig Hoffnung rübergebracht, dass Hazel und Gus trotz ihrer Krankheiten noch die Liebe erleben können.
    Vermutlich wäre der Roman sonst auch zu kitschig geworden...

    Liebe Grüße =)
    Charlie


  12. Tina Says:

    @Moni:

    Auf dem Wunschzettel ist das Buch auf jeden Fall gut aufgehoben! Bisher hab ich wirklich noch niemanden erlebt, der nicht angetan von dem Buch war^^

    @Charlie:

    Ich danke dir! Vor allem der Humor macht das Thema doch um einiges leichter. Jeden Tag könnte ich solche Bücher nicht lesen...

    Da geb ich dir Recht, es wäre auf jeden Fall schwer geworden das Buch hoffnungsvoller zu gestalten ohne komplett unglaubwürdig und kitschig zu werden. Doch ich glaube es wäre möglich gewesen, wenn der Autor es wirklich gewollt hätte. Aber es ist nicht völlig frei von Hoffnung, klar und auch Reni hat einen guten Punkt gebracht mit den Eltern.

    Dir auch liebe Grüße!


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