Titel: Urbat - Der verlorene Bruder
Originaltitel: The lost Saint
Autor: Bree Despain
Reihe: Urbat #2
Seiten: 447
Verlag: Aufbau Verlag
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
ISBN: 3351041411
Preis: 16,99€ 
Erscheinungsdatum: 19. September 2011
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Altersempfehlung: 12 - 16 Jahre

Der Kampf gegen den inneren Wolf beginnt erneut...


Inhalt  (geringfügige Spoiler)
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Nach dem großen Finale in "Urbat - Die dunkle Gabe" ist zunächst Ruhe eingekehrt bei den Divines. Grace versucht ihren Abschluss zu machen und ein einigermaßen normales Leben zu führen. Allerdings macht ihr die Abwesenheit ihres Bruder Judes zu schaffen - er ist untergetaucht und will nicht gefunden werden.
Grace versucht den wenigen Spuren nachzugehen und hat dabei auch mit sich selbst zu kämpfen...

Mein Eindruck  (Spoilerfrei!)
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Es gibt einfach Bücher, bei denen kann man mit zwei verschiedenen Stempeln alle Charaktere abdecken, und zwar mit "GUT" und "BÖSE". In "Urbat - Der verlorene Bruder" allerdings gibt es "ULTRA-GUT" und "ULTRA-BÖSE". In dem kleinen Ort bündeln sich alle möglichen kriminellen Energien: Einbrüche, Überfälle, unsichere Straßen und Banden. Auf der anderen Seite gibt es so viele Menschen mit Heiligenschein über dem Kopf, die ständig Sachen spenden und sich irgendwo wohltätig organisieren. Ein Laden wurde verwüstet? Oh nein, alle anpacken und wir bauen ihn wieder auf, bis der Eigentümer wieder strahlen kann! Genau so sieht's in "Rose Crest", *hust* etwas anders als im Rest der Welt aus.

Die meiste Zeit über wird man allerdings mit den GUTEN konfrontiert. Hauptsächlich beschäftigt sich dieser Band mit Grace, wie sie sich neuen Fähigkeiten und Bedrohungen stellt. Dabei ist sie von Grund auf sehr naiv und gutgläubig. Es gibt so einige Stellen, bei denen man längst die Lunte riecht, doch Grace läuft fröhlich pfeifend ins Verderben. Schon von Beginn an hatte ich eine Vorahnung, die sich leider zum Großteil bestätigt und mir einen großen Teil der Spannung genommen hat. Es war für mich viel zu einfach vorherzusehen, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird.
Generell fehlte mir das Gefühl mich wirklich für die forschreitende Handlung zu interessieren. Ich hätte das Buch jederzeit weglegen und irgendetwas anderes machen können.

Allerdings muss ich der Autorin wieder anrechnen, wie ungemein flüssig und lebendig das Buch geschrieben ist. Auch wenn ich mit dem Setting in "Rose Crest" und Graces naiver Art nicht glücklich bin, so schafft sie es die Gefühle, Dialoge und Stimmungen wirklich gut zu vermitteln. Mir gefällt es außerdem, dass man unter anderem durch kurze Rückblenden mehr über die einzelnen Charaktere erfährt und sie dadurch glaubhafter wirken. Einige der Nebencharaktere sind mir näher ans Herz gewachsen als Grace selbst, vor allem ihre kleinen Geschwister sind einfach drollig!

Überflüssig fand ich das immer wiederkehrende Liebesdreieck. Grace trifft zwar eine feste Entscheidung, lässt es aber doch lange genug in der Luft hängen um "Spannung" zu erzeugen. Mich langweilen solche Plänkeleien leider nur noch. Um dieses Drama zu schüren wurden einige Konflikte extra geschaffen, nur um dann in noch größerer Schnulzelei wieder vergeben zu werden. 

Fazit
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Für mich ist "Urbat" einfach eine viel zu typische Jugendbuch Fantasy-Reihe. Es gibt diese naive, recht unscheinbare Heldin, ein Liebesdreieck um Spannung zu schüren und dazu eine "Böse" kämpft gegen "Gut" Handlung. Handwerklich ist die Fortsetzung nicht schlecht gemacht, vor allem die Gefühle, Dialoge und Stimmung punkten. Insgesamt weder wirklich gut noch schlecht.
(Übrigens hielten sich diesmal die religiösen Anspielungen in Grenzen)

3,0 Sterne


12 Responses
  1. Egoliquida Says:

    Irgendwie habe ich das Gefühl, wenn ich es lesen würde, würde ich es mit einem Stern bewerten.

    Naive Protagonistin=O Sterne
    Durchschaubarer Plot mit Liebesdreieck=0Punkte
    Stimmung = 1 Punkt

    Aber interessant, wie wichtig dir Aspekte sind, die ich vielleicht gar nicht so hoch anrechnen würde, wie z.B. nette Nebenfiguren.


  2. Tina Says:

    Ich versuch eigentlich eher mich da an meinem Gesamteindruck zu orientieren und es mit anderen Büchern zu vergleichen. Als ich es gelesen habe war es zwar vorhersehbar, aber nicht langweilig oder langatmig. Das kann ich nämlich gar nicht leiden und gibt mehr Abzug als zum Beispiel die naive Protagonistin. Wirklich problematisch fand ich allerdings, dass es mich nicht fesseln konnte und ich es nicht großartig spannend fand.

    Allerdings hat es mich bei weitem nicht so aufgeregt wie zum Beispiel "Sternenfeuer" oder auch "Sweet Evil". Von daher 3,0 Durchschnitt. Gibt besseres, aber auch schlimmeres.

    Stimmung und Atmosphäre sind mir wirklich wichtig. Wenn es bei den Hauptcharakteren mangelt, kann es auch durch Nebencharaktere ausgeglichen werden. Nur kamen die hier wirklich nicht viel vor und konntens auch nicht weiter retten^^


  3. Egoliquida Says:

    Hm, also für mich ist ein Buch, das mich nicht fesseln kann und ich nicht spannend finde, langweilig.^^

    Aber klar, Bücher, über die man sich aufregt, sollten schlechter bewertet werden.
    Andererseits frage ich mich, ob man dann nicht einfach das Buch besser bewertet als es "objektiv" ist. Ich meine, ein Buch was mich aufregt, sollte vielleicht dennoch mit einem "ziemlich öden" gleichziehen können, oder?

    Hach, ich kann nicht richtig ausdrücken was ich meine.
    Also, in der Art wie "Ich muss noch Luft nach unten lassen, da es ja noch viel schlechtere gibt" bzw. der umgekehrte Fall, das mag ich nicht so.

    Aber das mit dem Gesamteindruck ist natürlich absolut verständlich.


  4. Egoliquida Says:

    Ich formuliere es klarer:

    Stell dir vor, du liest eine Ewigkeit nur Bücher auf dem Niveau von "Sternenfeuer", wärst du dann nicht in großer Versuchung, wenn dir "Urbat-Der verlorene Bruder" begegnet, es extrem besser zu bewerten, als du es sonst tun würdest?

    Hm, aber andererseits ist das ja dann deine Empfindung. Also für dich die objektive Wahrnehmung...
    Ich bin von mir selber verwirrt. ;)


  5. Tina Says:

    Ein Buch ist für mich langweilig, wenn ich anfange drüberzublättern, weil es mich überhaupt nicht interessiert. Wenn ich wirklich allen Büchern 1 Stern geben würde, die mich nicht so fesseln wie meine 4 und 5 Stern Bücher, dann bräuchte ich die Skala gar nicht mehr^^

    *lach* ich versteh schon was du meinst. Aber dafür können die Bücher ja irgendwie nichts, wenn ich die ganze Zeit Flops habe. Irgendwo sind Meinungen zu Büchern einfach immer subjektiv. So sehr man sich auch bemüht. Deshalb schaut man sich ja auch meistens mehrere Meinungen von einem Rezensenten an und schaut obs der Geschmack zu einem passt.

    Für 3 Sterne hab ich mal die Definition aufgestellt: Ein leider nur durchschnittliches Buch, es lässt sich lesen, wird aber nicht länger in Erinnerung bleiben.

    Da passt Urbat wirklich gut rein. Oft ist es auch sehr schwierig ein Buch irgendwo unterzuordnen. Es gibt ja auch Blogs die haben gar keine Endwertung in dem Sinne. Das hab ich mir auch überlegt, aber irgendwie fehlt dann ein wirklicher Vergleich zu anderen Büchern.


  6. Egoliquida Says:

    Ok, es hat klick gemacht. Rezensionen sind immer subjektiv. Hm, ach das ist schön, nimmt irgendwie eine Last von meinen Schultern.
    Ich habe nämlich schon Schuldgefühle, weil ich ja eigentlich viel zu wenige Bücher empfehle und das ist ja auch der Sinn eines Bücherblogs, oder?

    Aber tatsächlich, keiner kann mich angreifen für meine Meinung, denn die ist ja subjektiv.

    Bei einem Blog habe ich mal gesehen, dass die Autorin zu der Rezension was geschrieben hat. oO

    Ich habe riesige Angst, dass mir das Mal bei einer meiner schlechteren Rezension passiert.


  7. Tina Says:

    Ach was, wenn du dann aber wirklich etwas empfiehlst ist es sicherlich einen Blick wert. Deine Leser wissen ja Bescheid, dass eben nicht jedes Buch 6 Regalbretter bekommt.

    Du kannst ja auch Bücher empfehlen, auch wenn du sie nicht so gut bewertest. Im Endeffekt weiß ja jeder selbst so ungefähr, ob er lieber viele Beschreibungen der Umgebung oder rasante Action will. Wofür du Punkte abziehst, kann ja auch wer anders mögen.

    Hehe, mir ist das schon passiert^^ Also das Buch hatte ich nicht schlecht bewertet, aber ich fands einfach ne Frechheit für ein 400 Seiten Taschenbuch 16,90€ zu verlangen. Hab dann in nem Kommentar unter meine Rezi geschrieben, dass ich es vertauschen will. Das hat dem Autor nicht ganz so gut gefallen^^ http://readingtidbits.blogspot.de/2012/03/rezension-welt-aus-staub-von-stephan-r.html

    Ich denke das wichtigste ist auch immer seine (auch mal schlechte) Rezension zu begründen. Damit ist dem Autor auch sicher mehr geholfen, als wenn man ihn nur in den Himmel lobt. (Sollten sie sich dafür interessieren^^ Wobei ich wette, dass einige nach Meinungen zu ihren Büchern googeln)


  8. Egoliquida Says:

    Hey, das Buch lese ich gerade (S.75).^^ Zufälle gibts...

    Wenn ich ein Autor wäre, würde ich bei jeder schlechten Rezension einen Herzinfarkt bekommen.^^

    Ich meine, da schreibt man ca. ein Jahr, muss mit Verlagen und Layout etc. kämpfen. Man liebt es bestimmt, wie sein eigenes Kind.

    Ich begründe ja recht viel und finde es fast zu lang. Wer liest sich schon einen riesig Text durch?

    Ich bin selber oft genervt, von ewigen Textabschnitten, vielleicht noch ohne Absätze und in Schnörkelschrift. Allgemein habe ich auch sehr viele Blogs abonniert, man will ja nichts verpassen.^^ Aber dadurch ist es absolut unmöglich jede Rezension auf einem Flimmerbildschirm zu lesen.

    Andererseits bin ich aber auch nicht in der Lage mich kürzer zu fassen.


  9. Tina Says:

    Puh keine Ahnung, meine Rezis sind auch immer ewig lange, aber ein paar Leute scheinens trotzdem zu lesen^^

    Geb dir völlig Recht, wenns kürzer ginge würden wir uns wohl auch kürzer fassen ;)

    Ich glaub auch, dass es hart ist schlechte Rezensionen über sein eigenes Buch zu lesen. Aber da muss man einfach mit Kritik umgehen können. Man siehts an goodreads.com, da gibts Autoren die total aus der Haut fahren, Rezensenten beleidigen und sich damit nur mehr schaden als eine einzige Rezension anrichten könnte. Aber da herrscht hier in Deutschland zum Glück noch ein deutlich besseres Klima ;)


  10. Kathriona Says:

    Dieses Buch hat mich fast wahnsinnig gemacht, daher bewundere ich deine Geduld ;-)
    Ich mochte den ersten Teil. Er war nichts Außergewöhnliches, aber ich habe mich so gut unterhalten gefühlt, dass ich die Fortsetzung gerne lesen wollte. Um so schlimmer fand ich es dann, wie sehr sie mich aufgeregt hat ...
    Graces enorme Naivität darin, die erzwungene Dreiecksgeschichte und vor allem die Vermischung von Superheldentum mit Moralvorstellungen, die ich sehr fragwürdig fand, haben mich das Buch gegen Ende enternvt abbrechen lassen.
    Okay, und jetzt höre ich lieber auf, bevor ich mich noch in Rage schreibe ;-)


  11. Tina Says:

    @Kathriona:

    Ich hab bei Goodreads gesehen, dass du das Buch abgebrochen hast! So schlimm habe ich es wirklich nicht empfunden. Glaube aber auch, dass es zum Teil daran liegt, dass ich mit keinen allzu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin.

    Ich geb dir völlig Recht: die Dreiecksgeschichte war so unnötig und das ganze Drama drumherum mit dem Entfremden usw. Mit dem Superheldentum fand ich gar nicht mal so schlimm, immerhin hat sie sich da ein paar Gedanken zu gemacht^^ Ich hab einfach versucht Grace so zu nehmen, wie sie ist und mich nicht über sie aufzuregen.

    Oweh^^ Ich wollte dich auch gar nicht mit meiner Rezension in Rage bringen ;)


  12. Kathriona Says:

    Ach, du hast mich doch nicht in Rage gebracht, keine Angst, sondern das Buch an sich ;-) Ich habe mich beim Lesen damals so darüber aufgeregt und kann es jetzt anscheinend immer noch, weil cih die Moral darin so verquer fand.


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