Titel: Starters
Originaltitel: Starters
Fortsetzung: "Enders" erscheint im Mai 2013 bei IVI
Autor: Lissa Price
Reihe: Starters #1 
Seiten: 398
Verlag: IVI
Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen
ISBN:  3492702635
Preis: 15,99€ 
Erscheinungsdatum: 12. März 2012


Verzweifelte vergeben ihr letztes Hemd, in Starters vergibt man die Kontrolle über seinen Körper...
 
Inhalt 
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Starters spielt in einer Zukunft in der es nur noch sehr junge und sehr alte Menschen gibt. Ein Krieg mit Biowaffen hat die Generation dazwischen komplett ausgelöscht. Callie ist eine Waise und muss sich mit ihrem kleinen Bruder Tyler durchschlagen.
Eines Tages macht ihr das Unternehmen "Die Bodybank" ein verlockendes Angebot, sie erhält ein kleines Vermögen, wenn sie ihren Körper für eine Mieterin (Ender) zur Verfügung stellt.
Doch etwas läuft schief, Callie erwacht in einem fremden Leben voller Luxus und Wohlstand. Allerdings muss sie bald feststellen, dass ihre Mieterin ganz besondere Pläne mit ihr hatte...

Mein Eindruck
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Mir fällt es wirklich nicht leicht "Starters" zu bewerten. Die Grundidee hört sich zunächst interessant an. Durch medizinische Errungenschaften und Verbesserungen ist es den Menschen möglich ein langes Leben von mehr als 200 Jahren zu führen. Allerdings können die Maßnahmen den Körper nicht verjüngen sondern nur erhalten. Indem sich Ender junge Körper "mieten", können sie wieder all den Beschäftigungen nachgehen, die ihnen das Alter versagt hat. Callie muss sich notgedrungen auf diesen "Job" einlassen.

Die ersten hundert Seiten war ich interessiert und optimistisch, im Moment hagelt es ja auch nur von Lob über dieses Buch. Wieder eine Dystopie und dabei voll im Trend. Dafür muss das Buch aber auch einiges bieten um sich für mich von den vielen anderen Endzeitszenarios abzuheben.
Das hat leider nur bedingt funktioniert. Lissa Price schreibt sehr flüssig, Seite um Seite vergeht, aber dabei kratzt sie nur an der Oberfläche. Sowohl die Charaktere als auch die Weltgestaltung leiden darunter. Vor allem zum Mittelteil hin konnte ich mehr und mehr Unstimmigkeiten entdecken. Ein Beispiel, das nichts über die Geschichte verrät:
Die medizinischen Errungenschaften und neuen Technologien passen einfach nicht richtig ins Bild. Menschen die über 200 Jahre alt werden, aber ein 8-jähriger lungenkranker Junge, der nicht geheilt werden kann. Und krank war er schon als die Eltern noch gelebt haben und ihn medizinisch versorgen konnten.

Leider konnte mich auch die Liebesgeschichte zwischen Callie und Blake nicht überzeugen. Welcher Typ erledigt schon nach dem ersten Treffen freiwillig dubiose Aufträge für eine völlig unbekannte Frau? Blake natürlich. Er schluckt überhaupt alles was Callie sagt ohne zu murren und wäre wohl auch von einer Brücke gesprungen, wenn sie es von ihm verlangt hätte. Ich kann mir die große Anziehung und die rasante Entwicklung von Gefühlen zwischen den Beiden nicht erklären. Ich könnte mich noch in weiteren Beispielen verlieren...

Starters große Stärke ist sein Unterhaltungswert. Die Mehrheit der Leser wird wohl über die Unstimmigkeiten hinwegsehen können und die schnell fortschreitende Handlung genießen.
Bei mir war das leider erst in der zweiten Hälfte des Buches der Fall. 
Ab diesem Zeitpunkt hat mich das Buch gepackt und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte einfach wissen was nun mit Callie geschieht und wie es ausgeht. Vor allem eine Wendung zum Schluss hin war sehr überraschend und hat das Buch für mich um einiges aufgewertet (ein Teil der Unstimmigkeiten hat dadurch wenigstens einigermaßen Sinn gemacht). 

Fazit
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Insgesamt war mir das Buch leider zu "kopflos". Die Handlung ist interessant, wird schnell voran getrieben aber es gibt so vieles was keinen Sinn macht und so einige Dialoge und Handlungen der teilweise doch sehr flachen Charaktere haben mich nicht nur einmal mit den Augen rollen lassen. Kurz nach dem Buch, habe ich vor allem durch die wirklich gut gemachte Wendung zwischen 3 und 4 Sternen tendiert, mittlerweile muss ich aber doch sagen es hat mir gefallen, mich aber einfach nicht sonderlich umgehauen.
3,0 Sterne
13 Responses
  1. captain cow Says:

    Ich hab mir mal nur das Fazit durchgelesen, weil ich ohne Vorurteile an das Buch rangehen will (hier bei mir liegt es ja auch noch rum). Aber soo gut hört sich das ja wirklich nicht an. Hm, schade. Mal sehen, wie ich das wahrnehmen werde... :D


  2. Tina Says:

    Ich habe versucht so Spoilerfrei wie möglich zu schreiben und ich glaube größtenteils ist mir das gelungen ;) Aber wenn du das Buch eh schon neben dir liegen hast, würde ich auch nur das Fazit lesen. Bin sehr gespannt wie es dir gefallen wird! Meine Hauptprobleme mit dem Buch waren sehr subjektiv, man sieht es an den vielen guten Bewertungen wie wenig sich andere daran stören.


  3. Hallo,
    ich habe deine Rezi jetzt noch nicht gelesen, weil ich ja morgen mit dem Buch starte, aber 3 Punkte sind doch nur durchschnittlich :(
    Schade. Bin mal gespannt ob es mir besser zusagt oder nicht... :)


  4. Crini Says:

    Jetzt bin ich ja umso mehr gespannt.
    Ich bin eigentlich jemand der, wenn ein Buch wirklich super spannend ist und die Idee hinter der Geschichte toll ist, auch mal über solche Fehler hinweg sehen kann.
    Aber so eine Liebesgeschichte die nur aus Mittel zum Zweck da rein gesteckt wird und die hier und da nicht stimmig ist, sowas nervt mich dann wieder total.


  5. Ach ja und Tina, bevor ich es vergesse - habe deinem tollen Blog einen Award überreicht!! :)

    Hoffe du nimmst ihn an, würde mich freuen.
    Liebe Grüße
    http://martinabookaholic.wordpress.com/2012/03/19/liebster-blog-award/


  6. PLUTONIUM Says:

    Hm, das klingt ja leider nicht soo gut, das ist schade, das Buch ist nämlich schon seit längerer Zeit auf meiner Wunschliste. Generell bin ich nach einigen Rezensionen, die ich bisher dazu gelesen habe, irgendwie unsicher, ob es wirklich etwas für mich wäre. Hm :)


  7. Tina Says:

    @Martina, Crini, Plutonium:

    Lasst euch nicht abschrecken ;) Es ist wirklich schwierig irgendwo Kritik über das Buch zu finden und wenn dann eher bei den englischsprachigen Reviews auf Goodreads (aber die sind so und so um einiges kritischer).

    Man muss sich überlegen, was man sich von dem Buch erwartet. Im Grunde hat es genau meinen Erwartungen entsprochen, unterhaltsam aber doch mit Lücken. Ich hatte mir nur gewünscht, es hätte mich weniger gestört :(


  8. Schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat. Daran sieht man wie unterschiedlich die Geschmäcker sind :)


  9. Reni Says:

    Bisher habe ich viel Gutes über das Buch gehört. Ich muss aber gestehen, dass es mich derzeit nicht wirklich reizt. Langsam bin ich Dystopienmüde, zudem hat mich ein Blick in die Leseprobe (bei vorablesen.de) nicht komplett überzeugen können. Irgendwie ist es ja doch meist das Gleiche und deshalb hebe ich mir das Buch VIELLEICHT für ein anderes Mal auf bzw. dann per Tauschbörse. Denn ich gebe dir recht. Irgendwie sollte sich ein Genrebuch irgendwie von der Masse abheben, sonst geht es einfach unter ... und bei Starters hege ich den Verdacht leider von Anfang an. Aber man weiß ja nie, deshalb werde ich einfach mal schauen, ob mich doch mal die Lust auf dieses Buch packt. Eine schöne Rezi!

    Liebe Grüße
    Reni


  10. Lenchen ... Says:

    Puh, habs jetzt auch endlich gelesen und ... Ich bin nicht amüsiert ...
    Blake ist echt sowas von bescheuert! Da konnte auch die "große Auflösung" am Ende nichts mehr retten xDD Die ganzen Charaktere haben immer so ne hohe Meinung von Callie, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte ^^
    Ich kann mich dir nur anschließen: vieles macht keinen Sinn, die Charaktere sind flach und auch Ich musste mehrmals mit dem Kopf schütteln, vor allem zum Ende hin ... :P
    Und wieder eine Dystopie, die völlig umsonst so hoch gehypt wurde ... ^^
    Wenn es so weitergeht, entwickle ich echt noch mal ne Dystopienallergie ... ^^


  11. Tina Says:

    @Reni:

    Dystopienmüde, das ist ein passender Ausdruck :) Mir hat es jetzt auf jeden Fall gut getan mal etwas anderes dazwischen zu lesen. Eine Zeit lang habe ich wirklich eine nach der anderen gelesen -.- Ich würde sagen, dass du nichts großartiges verpasst. "Starters" unterscheidet sich nicht viel von anderen Dystopien, außer vielleicht, dass mal ein Unternehmen der "Bösewicht" ist und kein Staat. Es ist spannender geschrieben als Delirium und Die Auswahl, hat dafür aber seine Lücken und Fehler im Weltaufbau. Vielleicht ist ertauschen wirklich keine schlechte Idee... Du liest ja auch gerade Nevermore, ich bin gespannt wie dein Urteil ausfallen wird!

    @Lenchen:

    Ich hab dir dazu auch noch bei dir einen Kommentar hinterlassen. Mir gefällt deine Rezension richtig gut! Es ist schwierig irgendwo eine kritische Meinung zu dem Buch zu finden und so langsam habe ich den Verdacht, es liegt vielleicht auch an den unzähligen "gewonnen" Büchern, die im Umlauf sind. Ich vermute, die meisten haben wohl einfach kein Problem mit den Lücken und Unstimmigkeiten, bzw. nehmen sie schon gar nicht als solche wahr.

    *lach* eine Dystopienallergie! Ich will ja unbedingt noch Kyria & Reb, Memento und Dark Canopy lesen. Auf Englisch habe ich noch Unwind und Partials. Danach ist wirklich Schluss mit Dystopien :P Wirklich!


  12. Nun habe ich das Buch endlich gelesen und musste doch direkt nochmal deine Rezi dazu lesen. Und ich stimme dir fast vollkommen zu - Es fällt mir schwer das Buch zu bewerten und nachdem ich eine Weile überlegt habe bin ich zu dem Schluss gekommen wohl besser keine eigene Rezi zu schreiben. Aber alle Punkte die du ansprichst sind mir auch aufgefallen, leider.
    Allerdings war es bei mir die erste Hälfte, die mir gefallen hat... Nicht dass die zweite wesentlich schlechter gewesen wäre, aber da haben mich die ganzen Unstimmigkeiten schon zu sehr gestört^^


  13. Tina Says:

    @Suppenhuehnchen:

    So kanns gehen, bei mir war es genau andersherum. Aber Ursache des ganzen sind die Unstimmigkeiten und wenn man darüber nicht hinwegsehen kann, wird man nicht viel Freude an "Starters" haben. Schade, dass es dir auch nicht viel besser gefallen hat. Ich würd mich freuen, wenn du noch eine Rezi schreibst! Kanns aber auch verstehen, denn wenn es einem schon schwerfällt ein Buch zu bewerten, wird die Rezension auch nicht viel einfacher. Da ist es dann wohl besser den Eindrück einfach für sich stehen zu lassen...


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