Titel: Nach dem Sommer
Originaltitel: Shiver
Autor: Maggie Stiefvater
Reihe: The Wolves of Mercy Falls #1
Seiten: 423
Verlag: Script 5
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 3839001080
Preis: 18,90€
Erscheinungsdatum: 6. September 2010



Vorwort
....................

Das Buch steht seit Februar (2011) bei mir zu Hause im Regal. Ich hatte angefangen, bis Seite 100 gelesen und es wieder weggelegt. Vor ein paar Tagen, habe ich es wieder aus dem Regal gezogen und weitergelesen. Zuerst konnte ich mich kaum erinnern, wieso ich es weggelegt habe. Die Beschreibungen der Autorin sind schön, oft bemüht sie sich auch bildhaft auszudrücken. Doch schon bald kam die Erinnerung zurück...

Inhalt
...............


Grace ist fasziniert von den Wölfen in "ihrem" Wald. Als kleines Kind wurde sie fast von ihnen getötet, doch "ihr" Wolf hat sie gerettet. Die Wölfe kehren immer im Winter wieder, im Sommer ist keine Spur von ihnen zu sehen. Mittlerweile ist Herbst, die begenet Sam, mit den bernsteinfarbenen Augen und verliebt sich. Doch das Glück scheint nur kurz zu sein, denn es ist Sams letzter Sommer in Menschengestalt.

Mein Eindruck
..................................... 

Das Cover ist sehr schön gestaltet und hat erfreulicherweise mal kein Mädchengesicht abgebildet. Die Geschichte wird abwechselnd aus Graces und Sams Sicht erzählt. Jedes Kapitel hat zudem noch Temperaturanzeigen und bezieht sich damit auf die temperaturabhängige Verwandlung der Wölfe. Die Idee finde ich gut, es schmückt die Standardfanatasiegestalt Wolf ein wenig aus.
Doch leider konnte mich die Umsetzung der Idee überhaupt nicht überzeugen. Die Geschichte hat keinen Spannungsbogen, bis Seite 300 passiert so gut wie nichts. Es dreht sich immer nur um die Liebesbeziehung der beiden, die sich für mich sehr hart an der Grenze zum Schmalz und Gesülze bewegt. Allein schon, dass der Typ in jeder Situation das passende Gedicht oder Liedtext auf den Lippen hat. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, er wäre eine Emo. Dem kann ich nur zustimmen. Einige Punkte waren für mich ziemlich unnachvollziehbar:

Vorsicht Spoiler! :

1. Welcher Vater "vergisst" sein krankes Kind im Auto und es lässt es dort fast sterben?
2. Welche Eltern bekommen über ! Wochen ! nicht mit, dass ein weiterer Mensch mit im Haushalt lebt? Ja es wurde immer wieder angedeutet wie "gleichgültig" Grace ihren Eltern ist. Ihre Mutter kann anscheinend nichts mit ihr anfangen, weil Grace zu vernünftig und zu wenig künstlerisch ist. Ihr Vater ist wohl chronisch überarbeitet und braucht keine Nähe zur Tochter. Für die Eltern scheint die Tochter nur ein schmuckes Beiwerk zu sein, welches sich glücklicherweise selbst versorgt.
Zudem ging es wohl an ihnen völlig vorbei, dass sie mehrmals fast gestorben wäre. Also bitte wo gibt es solche Eltern? Spätestens bei einer nahtot Erfahrung müssten sie irgendeine Bindung zur Tochter zeigen und nicht absolute Gleichgültigkeit.
3. Das komplette Buch hat wohl einen Eltern-Komplex. Sams Eltern kommen noch schlimmer weg, wenn man bedenkt was sie ihrem Sohn angetan haben. Isabels Eltern sind auch nie zu Hause. Olivia scheint auch keine großartige Bindung zu ihren Eltern zu haben, da sie nur einen Brief hinterlässt. Hat die Autorin ein Problem mit ihren eigenen Eltern? Im Buch nehmen Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen wirklich mehr als deutlich Überhand.
4. Grace vernachlässigt sofort ihre restlichen Freundschaften zu Rachel und Olivia nachdem sie Sam kennenlernt. Rachel ist ja wohl einer der blassesten "besten Freundinnen" überhaupt, über die ich in einem Jugendbuch je gelesen habe. Zum einen, weil sie immer nur fragt "Hey wieso hast du dich nicht gemeldet?" aber sonst macht sie keine Anstalten Grace mal außerhalb der Schule zu kontaktieren. Dann war sie wohl auch noch erleichtert Olivia nicht zu besuchen zu müssen, als Grace meinte sie, sie warten noch ein bisschen ab, ob sich von alleine klärt wieso sie nicht mehr in der Schule auftaucht. Das ist Freundschaft?
5. Die Auflösung zum Schluss lief mir dann zu glatt und ich konnte auch nicht verstehen, wieso sich Sam da ewiglang versteckt hat. Aber vielleicht habe ich da einfach nicht aufmerksam gelesen. (Meine Geduld war schon sehr überstrapaziert)

Fazit
.............

Für mich hat sich das Buch gezogen wie Kaugummi. Größtenteils geht es einfach nur um die Schmalz-Beziehung zwischen Sam und Grace. Mehr als sich gegenseitig anhimmeln und zur Schule fahren und Abholen passiert einfach nicht. Erst auf den letzten 100 Seiten kam Spannung auf. Die Beziehungen zu "Freunden" und Eltern waren für mich unstimmig und konnte darüber nur den Kopf schütteln.
Im Großen und Ganzen wusste ich mit dem Buch schlicht nichts anzufangen. Ich bin froh, dass ichs nun fertig hab und vielleicht findet es einen Besitzer, der es mehr zu würdigen weiß als ich.

2,0 Sterne


2 Responses
  1. Cassim Says:

    ohh danke endlich jemand der nicht der absolute fan dieses Buches ist schöne rezi


  2. Tina Says:

    Danke dir Cassim^^ Ist auch echt schwierig jemanden zu finden, der sich ebenso gelangweilt hat. Mir fehlt da wohl die romantische Ader... Schade um die schönen Buchcover!


Kommentar veröffentlichen

Feel free to comment