Titel: Totentöchter - Die dritte Generation
Originaltitel: Wither
Fortsetzung: nur im Englischen bisher "Fever"
Autor: Lauren DeStefano
Reihe: Chemical Garden #1 
Seiten: 400
Verlag: cbt
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN:  3570161285
Preis: 16,99€
Erscheinungsdatum: 19. September 2011
Genre: Jugendbuch

Sie sind jung und schön, doch dem Tod geweiht - ein Wettlauf gegen die Zeit beginnnt...


Inhalt
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Rhine lebt in naher Zukunft. Durch Genmanipulation hat sich die Menschheit selbst ins Aus geschossen: Mädchen werden durch einen Virus nur noch 20 Jahre alt und Junge Männer sterben kurz nach ihrem 25. Geburtstag. Die Gesellschaft ist außer Kontrolle geraten, auf den Straßen herrscht Armut und Rhine schlägt sich mit ihrem Zwillingsbruder durch. Allerdings wird sie verschleppt und wird an einen "Hausverwalter" verkauft. Sie wird zu seiner "Braut" und lebt in einer polygamen Ehe, die nur den Zweck hat schnell für Nachwuchs zu sorgen. Der Vater ihres Ehemanns versucht ein Gegenmittel zu finden, doch Rhine findet bald heraus, dass er dabei ohne Rücksicht auf Verluste vorgeht und beschließt zu fliehen...

Mein Eindruck
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So interessant und spannend sich der Klapptext auch anhört, an einer guten Umsetzung wurde mehr als nur gespart. Liest sich der Anfang noch einigermaßen flüssig, zeigt sich bald wie beschränkt die "Welt" des Buches ist: nämlich auf eine Etage voller Luxus, Gehorsamkeit und gähnender Langeweile. Seiten über Seiten beschreibt die Autorin das Leben voller Luxus im Käfig. Die Bräute bekommen jeden Wunsch von den Augen abgelesen, sie werden von vorne bis hinten bedient, werden geschminkt und herausgeputzt wie Puppen. Die versprochene Flucht, findet die meiste Zeit über nur in Rhines Kopf statt. Was sie tun würde wenn und wie schön doch ihr Leben mit dem Bruder war und wie sehr sie alles hasst, sich aber fügen muss. Dieser Aspekt nervt mich am meisten, von mir aus ist es logisch anfangs Vertrauen zu gewinnen, aber Rhine lehnt sich nie auf, sagt nie etwas falsches und macht vor allem nie etwas spannendes. Man liest über die perfekte Welt im Glaskasten, in der schlicht und einfach nichts passiert.

Es wäre nicht ganz so schlimm, wenn das Ganze durch findige, passende Hintergrundinformationen und eine stimmig konsturuierte Welt ausglichen wäre. Nein, weit gefehlt. Ich glaube auf etwa 3 Seiten bekommt man den Gendefekt "erklärt", keiner weiß wieso und auch nach knapp 400 Seiten Lektüre, ist man nicht schlauer.
Richtig gestört hat mich, wie weit hergeholt einige Ideen und die Vorstellungen der Welt sind.
Natürlich ist die USA das einzige Land, welches noch ansatzweise solziale Strukturen nach dem Gendefekt aufweist. Die Autorin begründet das natürlich mit dem außerordentlich technologischen Fortschritt und ihrem großen Vorsprung im Vergleich zum Rest der Welt. Ähm jaaaa alle anderen Länder hinken so weit hinterher, natürlich waren sie dem Untergang geweiht, aber nicht die großartigen Vereinigten Staaten. Ich bin mir sehr sicher, die Autorin hat keinen blassen Schimmer, wie es im Rest der Welt IM MOMENT aussieht, geschweige denn in einer möglichen Zukunft.
Sie sagt ja auch nicht mal, was mit dem Rest der Welt passiert ist, es gibt ihn einfach nicht mehr. Schon klar...

In anderen Rezensionen bin ich auf einige weitere Unstimmigkeiten gestoßen, die Autorin bietet aber auch keinerlei plausible Erklärung.
Ein weiteres Beispiel, wieso haben ALLE Menschen den Gendefekt?
1. Genforschung ist teuer. 2. Es gibt auf der Welt verschiedene Gesellschaftsschichten mit unterschiedlich hohem Einkommen. 3. Nur die Reichsten hätten sich die Genpfuscherei leisten können, höchsten noch die "Mittelklasse", jedoch mit Sicherheit nicht ALLE.
Eine mögliche Erklärung wäre, diese Genänderungen wurden als so großartig angesehen, dass es staatlich verplfichtend war und von diesem gefördert wurde. Selbst so müsste es immer noch Menschen geben, die sich dem entzogen haben. Es gibt immer Ausnahmen.
Die Autorin bietet aber für vieles, wie auch zu diesem Punkt, keinerlei Erklärung. Die ganze Konstruktion bleibt so bestehen, wie sie auch dem Klapptext zu entnehmen ist.
Ich sehe ja ein, es ist ein Mehrteiler, vielleicht gibts noch ein paar Infos. Aber einen kompletten Weltentwurf der auf eine Karteikarte passt, tut mir leid, aber da hätte ich weitaus mehr erwartet. Da hätte ich mir das Buch sparen und gleich nur den Klapptext lesen können.
Ich lass jetzt mal einfach im Raum stehen, wie unsäglich blass der "Love-Interest" Gabriel bleibt und dass er vielleicht gerade mal 150 Seiten präsent ist. Der böse, unheimlich böse Bösewicht in Form vom Vater (an dessen Namen ich mich gerade nicht einmal mehr erinnern kann) ist einer der banalsten, blassen Bösewichte, die mir in einem Buch begegnet sind. Rhine und die anderen Bräute vermuten nur, sie denken sich was er aller Hand böses treibt, aber mehr als vermuten und Angst haben tun sie nicht.

Was hat mir hingegen gefallen hat und mich dazu verleitet noch 2 Sterne zu geben: Die Schwesterbraut Jenna. Sie hat mir unheimlich gut gefallen, hatte verschiedene Schichten und hat einen Funken Tiefe ins Buch gebracht. Das war zwar mehr wie eine Delle auf der Oberfläche, aber ein Charakter, den ich vielleicht nicht innerhalb von einer Woche vergessen werde.

Fazit
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Der Schreibstil der Autorin war in Ordnung, vor allem der Anfang ließ sich wirklich flüssig lesen. Mein Problem lag darin WAS die Autorin geschrieben hat. Es war einfach nur platt, flach, blass und wahnsinnig unpersönlich. Vereinzelte Charaktere haben mir gefallen und die Tatsache, dass sich das Buch recht schnell "weglesen" ließ. Ich werde mit Sicherheit kein Anhänger der Reihe und würde jedem davon abraten, der sich eine stimmige und durchdachte Unterhaltung wünscht.


Für mich nach dem flüssigen Start leider eine Enttäuschung
2,0 Sterne
                 
8 Responses
  1. Lenchen Says:

    Oje, dabei fande ich das Buch eigentlich gar nicht schlecht, aber was du so aufzählst ... jetzt bin ich mir auch nicht mehr so sicher :/

    Aber bei den Logiklücken und Gabriel muss ich dir voll recht geben, beides war richtig blass und unzureichend ausgeführt gewesen.
    Wollen wir mal auf Band 2 hoffen :)


  2. Tina Says:

    Kommt immer ganz darauf an wie kritisch man liest. Vor Totentöchter hatte ich schon eine Menge darüber gehört und bin da nicht ganz unbefangen rangegangen.

    Nachdem ich schon ein paar englischprachige Rezensionen zum nächsten Band gelesen habe, werde ich mir die Reihe wohl ganz sparen :P

    Aber mal schauen wie es dir gefällt^^


  3. Tanja Says:

    ich fand das buch auch nicht schlecht, aber so im nachhinein kann ich dich verstehen, da nervt so einiges und nach lisa schlechter rezi zu band 2 lese ich die reihe auch nicht weiter ^^


  4. Tina Says:

    Also meinst du meinen Chancen stehen ganz gut, dass es bei Jeanne besser wegkommt?


  5. Egoliquida Says:

    Übersetzt cbt den zweiten Band überhaupt?


  6. Jeanne Says:

    Wenn kein Funken Action drin vor kommt, hab ich so gut wie verloren - ich hasse langatmige Geschichten mit Moral dahinter, die einfach nur provozieren wollen und mit den Finger auf ein fürchterliches Thema zeigen. Zwangsehe ist nicht schön, aber wirkt so zwanghaft provozierend.
    Also Tina hat gute Chancen, aber sie hat ja noch nicht die Rechnung mit Anna und Kaidan von Sweet Evil gemacht xD

    Warum heißt der Untertitel des Buches eigentlich Dritte Generation? -.-
    Totentöchter kann ich noch etwas mit anfangen, aber dritte Generation will sich mir nicht erschließen.


  7. Tina Says:

    Puh ich hab keine Ahnung, man hat da lange nichts mehr gehört.


  8. Tina Says:

    Die dritte Generation war irgendwie die auf die alle hoffen oder sowas? Puh dafür ists bei mir wohl schon einfach zu lange her ;P

    Also ich denke es wird schon hart für dich werden, aber ob ich mit "Sweet Evil" besser bedient bin, wenn sie so schrecklich naiv ist? Das kann ich kaum noch lesen sowas...


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